Theater

Ticketverkauf an Berliner Bühnen stark eingebrochen

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Peter Zander
Die Komödie nutzt das Schiller Theater derzeit als Testzentrum.

Die Komödie nutzt das Schiller Theater derzeit als Testzentrum.

Foto: Christophe Gateau / dpa

Die Bilanz der Kulturhäuser für 2020 sieht schlecht aus – nur 900.000 verkaufte Tickets im Vergleich zu 3,3 Millionen im Jahr 2019.

Corona hat die Berliner Bühnen fest im Griff. Selbst das „Pilotprojekt Testing“ musste nach wenigen Tagen schon wieder gestoppt werden. Die Häuser können derzeit nur Onlineprogramme anbieten. Und die Komödie am Kurfürstendamm hat ihr derzeitiges Domizil, das Schiller-Theater, kurzfristig zum Testzentrum umgewandelt. Wenn die Pandemie schon den Spielbetrieb lähmt, will man wenigstens auch alles versuchen, um die Pandemie einzudämmen.

Wie verheerend sich Corona auf die Kulturhäuser ausgewirkt hat, das gibt es jetzt schwarz auf weiß. Am gestrigen Dienstag hat die Senatsverwaltung für Kultur Zahlen veröffentlicht, die mehr als bitter sind. Im vergangenen Jahr, in dem die Häuser monatelang nicht spielen konnten und selbst in den wenigen Sommerwochen nur ein stark begrenztes Kartenkontingent anbieten konnten, sind in den institutionell geförderten Theatern, Orchestern und Tanzgruppen der Stadt gerade mal etwas mehr als 900.000 Tickets verkauft worden. Im Jahr 2019 waren es noch 3,3 Millionen. Ein drastischer Rückgang um 73 Prozent.

Der Friedrichstadt-Palast etwa hat 2020 nur 111.348 Tickets verkauft, 433.627 weniger als 2019. In der Deutschen Oper wurden 56.299 Tickets verkauft, 304.761 weniger als im Vorjahr, das Deutsche Theater 48.659 Tickets, ein Minus von 109.266. Die Berliner Philharmoniker kamen auf 90.264 Tickets, 2019 aber auf 261.297, die Lindenoper auf 56.281, im Vorjahr auf 236.387. Die Ku’damm-Komödie verkaufte nur 38.515 Tickets gegenüber 139.879 im Vorjahr. Am schlimmsten traf es indes die Tanzgruppe Sasha Waltz & Guest: Statt 29.201 Billetts wurden gerade mal 1.608 verkauft.

Lederer verspricht: „Bessere Zeiten kommen – ganz sicher“

„Für unsere Bühnen war 2020 ein extrem hartes Jahr“, bilanziert Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Dennoch hätten die Häuser Lebenszeichen gesendet, kreativ Formate geändert, auf Digitalisierung gesetzt: „Nicht unterkriegen lassen – dieses Motto nötigt mir Respekt ab.“ Lederer dankt jedem, der mithilft, die Berliner Kulturlandlandschaft am Leben zu erhalten, und verspricht: „Bessere Zeiten kommen – ganz sicher.“ Nun, schlechter können sie nicht werden. Aber ob jedes Haus die Dauerschließung überstehen wird, muss sich noch zeigen.