Neu im Kino

„Unser Boden, unser Erbe“: Die fruchtbare Haut der Erde

Dokumentarfilmer Marc Uhlig hat einen Film gedreht über die Schicht, von der wir alle abhängen. Mit teils erschütternden Erkenntnissen.

Demeter-Landwirt Achim Heitmann bei der Arbeit.

Demeter-Landwirt Achim Heitmann bei der Arbeit.

Foto: W Film


Boden ist Leben. Er umspannt den Erdball mit bis zu 30 Zentimetern Tiefe als eine Art fruchtbare Haut – jedenfalls dort, wo das Klima es zulässt und er noch nicht von Menschenhand abgetragen oder vernichtet worden ist. Zehn Millionen Hektar Boden sind es, die durch menschlichen Einfluss Jahr für Jahr verschwinden und nicht wiederkehren. Nach einer Schätzung der Vereinten Nationen bleiben uns noch 60 Erntejahre, in denen die Erträge für alle ausreichen.

Doch obwohl er mit seinen Erträgen die unabdingbare Lebensgrundlage aller Menschen ist, gerät der Boden eher selten in den Blick, wenn von den Folgen des globalen Klimawandels die Rede ist – dann füllen eher brennende Wälder und Flutwellen die News-Feeds und Zeitungsseiten. Es ist das Verdienst dieses sehenswerten Films, diese Perspektive ein kleines Stück zurechtzurücken.

„Unser Boden, unser Erbe“: der Trailer zum Film

„Unser Boden, unser Erbe“ ist der erste lange Dokumentarfilm des 1978 geborenen Regisseurs Marc Uhlig, der auch das Buch geschrieben hat. In langen Luftaufnahmen wird die Schönheit landwirtschaftlicher Nutzflächen und ihre starke Parzellierung begreiflich – und in faszinierenden Nahaufnahmen das sich tummelnde Leben im Boden: all die Regenwürmer, Asseln, Ameisen, die ihn zusammen mit vielen anderen erst produzieren.

Auch Sarah Wiener kommt zu Wort

Viele Experten kommen zu Wort, Agrar- und Umweltwissenschaftler, Gärtnermeister, auch die Sterneköchin Sarah Wiener. „Für den Aufbau von zehn Zentimeter fruchtbaren Bodens braucht es 2500 Jahre“, sagt sie. „Wer will es wagen, diesen Boden in zehn Jahren zu zerstören und abzutragen? Der Boden ist unser letztes Paradies!“

Dokumentarfilm D 2020, 92 min., von Marc Uhlig