Trotz Corona

Post von Helge: ein Klavierkonzert in der Waldbühne

„Ich freue mich vor allem über die, die da sind“, sagt Helge Schneider. Rund 3000 Fans besuchen sein Berliner Open-Air-Konzert.

Helge Schneider kommt mit Gitarrist Henrik Freischlader auf dem Fahrrad und Sohn Charly am Schlagzeug auf die Waldbühne. Das Konzert ist Teil der Konzertreihe "Back to Live" in der Waldbühne mit jeweils 5000 erlaubten Zuschauern.

Helge Schneider kommt mit Gitarrist Henrik Freischlader auf dem Fahrrad und Sohn Charly am Schlagzeug auf die Waldbühne. Das Konzert ist Teil der Konzertreihe "Back to Live" in der Waldbühne mit jeweils 5000 erlaubten Zuschauern.

Foto: dpa

Berlin.  Noch wechseln sich aus den Boxen „Von den blauen Bergen kommen wir“ und die Durchsagen der Corona-Regeln ab. Auch bei Helge Schneiders Auftritt bei den „Back to live“-Open-Air-Konzerten in der Waldbühne gelten strenge Corona-Bestimmungen. Anderthalb Meter Abstand, rechts gehen und Essen und Getränke nur am Platz einnehmen – für die rund 3000 Fans des Künstlers, die ihren Weg auf die Ränge der Freilichtlocation gefunden haben, kein Problem.

Dafür ist die Sicht gut, als Schneider seinen Auftritt um 19.15 Uhr beginnt – indem er, begleitet von Applaus von den Rängen auf dem Fahrrad auf die Bühne einfährt. „Das war’s für heute – auf Wiedersehen“, gefolgt von einem Husten ins Mikrofon: Schon die ersten Sätze des Meisters der komischen Kunst bringen das Publikum zum Lachen.

Helge Schneider in der Waldbühne: „Klavierkonzert, das ich mir selbst ausgedacht habe"

Das ist mit Sitzauflagen aus Pappe und Fleecejacken gut gerüstet für einen Abend voller Klamauk. Und der lässt nicht lange auf sich warten. Begleitet von dem erst zehnjährigen Sohn Schneiders, „Charlie the Flash“ am Schlagzeug, sowie Henrik Freischlader an der Gitarre beginnt das „Klavierkonzert, das ich mir selbst ausgedacht habe“, wie der Musiker bereits in seinem Beitrag „Post von Helge“, auf der Webseite der Waldbühne angekündigt hatte.

Während der ersten Takte zeigt sich über den Rängen dann ein Regenbogen: die Atmosphäre ist fast magisch bei diesem dritten Konzert der „Back to live“-Reihe. Und so folgt „mit einem Wildwest-Lied“ und am Klavier positionierter Nebelmaschine „Romantik pur – ohne die Gruppe PUR“. Die Stimmung ist durchweg entspannt an diesem Abend. „Ich freue mich vor allem über die, die da sind“, kommentiert Schneider beim Blick in die Reihen – und obwohl das Konzert nicht ausverkauft ist, antwortet ihm tosender Applaus.

„Ich bin der Meisenmann“

Schwer zu beschreiben ist Helge Schneiders Show. Die Überleitungen bringen die Fans ebenso zum Lachen, wie „Roswitha aus der Striptease-Bar“ oder das „aryuvedische Institut Lotusblüte, direkt an der B6“. Stimmung kommt auch bei der gekonnten Udo-Lindenberg-Imitation oder den Takten von „Smoke on the water“ auf. Ob jazzig oder rockig – es ist ein bunter Abend. Helge Schneider gibt dabei alles: stilsicher in Karosakko, quietschorangenem Hemd und königsblauem Einstecktuch spielt er mal Klavier, mal Gitarre oder Trompete.

Dabei kommuniziert der Musiker nicht nur viel mit seiner Band, sondern auch mit seinem Publikum. Das fordert schließlich das Lied „Meisenmann“. Prompt wird dieser Wunsch erfüllt: in einer neuen, corona-optimierten Version („mehrmals hat der Meisenmann Deutschland überflogen – mit MNS. Mund-Nasen-Schutz.“). Und ein weiteres Highlight für die Besucher ist dabei: „‘Da spielt der Helge. Vor dem besten Publikum der Welt‘, findet der Meisenmann. Und auch ich finde das – denn ich bin es selber. Ich bin der Meisenmann!“, verkündet Helge. Die Fans antworten wiederum mit schallendem Lachen.

„Hach, ist das schön“, kommentiert eine Besucherin diesen so komischen wie künstlerischen Abend auf der Waldbühne. Mit „Texas“ als Zugabe endet dieser um 20.45 Uhr . „Ich habe noch nie einen so kurzweiligen Abend erlebt“, verabschiedet sich Schneider vom Publikum.

Weiter geht „Back to live“ am 18. September um 19.30 Uhr mit Wincent Weiss.