In Frankreich gäbe es mehr Autoren als Leser – beklagt eine Verlegerin in „Der geheime Roman des Monsieur Pick“ die Krux ihres Berufs. Manchmal zahlt sich das Phänomen aus. Da findet eine junge Lektorin ein Manuskript, bei dem nicht nur der Inhalt, sondern auch die Entdeckung eine gute Geschichte ergeben. Gefunden hat die Frau das Buch nämlich in einer „Bibliothek der abgelehnten Manuskripte“, die ein Exzentriker in der Provinz gegründet hat.
Der Verfasser, ein gewisser Henri Pick, war ein einfacher Pizzabäcker. Weder seine Witwe noch seine Tochter haben ihn je schreiben sehen. Der Roman wird eine Sensation, bald pilgern begeisterte Leser in den Ort und wollen in Picks Pizzeria, andere Verlage schicken Praktikanten, damit sie die „Bibliothek“ nach weiteren Schätzen durchsuchen.

Aber es gibt einen prominenten Zweifler: Jean-Michel Rouche (Fabrice Luchini), ein Literaturkritiker mit wöchentlicher TV-Sendung. Er glaubt nicht an den Pizzabäcker. Die ganze Geschichte erscheint ihm dubios. Also beginnt er zu ermitteln. Ohne zu viel zu verraten, sei angedeutet: Er wird nicht das finden, was er sucht.
Der Film hat Leichtigkeit und Tiefe zugleich
Dem Zuschauer ergeht es ähnlich: Auch seine Erwartungen werden in Rémi Bezançons Verfilmung von David Foenkinos Romans mehrfach enttäuscht, aber so paradox es auch klingt: auf angenehmste Weise. Der Film ist weniger Komödie, als man denkt, und seine Detektivgeschichte deckt kein Verbrechen auf. Mit wunderbaren Schauspielern selbst in Nebenrollen bietet er eine absolut bestechende Kombination von Leichtigkeit und Tiefe – die einem sehr französisch vorkommt.
Komödie F 2019 101 min., von Rémi Bezançon, mit Fabrice Luchini, Camille Cottin, Alice Isaaz


