Es wird schnell klar, was sich Regisseur Patrick Vollrath zum Ziel gesetzt hat. Ein klaustrophobisches Nervendrama auf engstem Raum. Im Cockpit eines Airbus A319. Und Vollrath, der für seinen Kurzfilm „Alles wird gut“ 2016 für einen Oscar nominiert war, hält die minimalistische Aufgabenstellung in seinem Spielfilmdebüt mit bewundernswerter Konsequenz durch.
Überwachungskameras zeigen anfangs arabisch aussehende Männer beim Einkauf im Duty-Free-Shop. Sie verschwinden mit Einkaufstüten auf der Toilette. Sie kommen ohne sie wieder heraus. Währenddessen bereiten sich Flugkapitän Michael Lutzmann (Carlo Kitzlinger) und Kopilot Tobias Ellis (Joseph Gordon-Levitt) im Airbus auf den Flug von Berlin nach Paris vor. Zur Besatzung gehört auch Ellis’ Lebensgefährtin und Flugbegleiterin Gökce (Aylin Tezel).
Das Grauen, draußen vor der Tür
Kaum ist die Maschine in der Luft, versuchen drei islamistische Terroristen, das Cockpit zu stürmen. Sie haben sich aus Duty-Free-Flaschen Waffen gebastelt. Es fließt Blut. Der Überfall kann zwar vereitelt werden, doch der Flugkapitän ist schwer verwundet und Ellis verletzt.

Dennoch schafft er es, die Tür zur Kanzel wieder zu verschließen. Er darf sie nicht öffnen. Egal, was draußen im Fahrgastraum geschieht. Und dort drohen die Terroristen, Passagiere zu ermorden. Auch seine Freundin gerät in tödliche Gefahr.
Ein ganzer Film an einer einzigen Location
„7500“ – der Titel spielt an auf den internationalen Luftfahrt-Code für eine bewaffnete Flugzeugentführung an – bleibt ausschließlich im Cockpit des Flugzeug. Was draußen vor der Tür geschieht, kann Ellis nur auf einem kleinen Monitor verfolgen.
Kameramann Sebastian Thaler und Ausstatter Thorsten Sabel haben ganze Arbeit geleistet. Eine einzige Location, wie das Rettungsboot in Hitchcocks „Lifeboat“ (1944), der Fahrstuhl in Carl Schenkels „Abwärts“ (1984) oder die Telefonzelle in David Slades „Nicht auflegen“ (2005).
Vollrath, der auch das Drehbuch verfasst hat, meistert die formalen Zwänge mit Bravour, auch wenn die Dramaturgie ab der Mitte des Films durchzuhängen beginnt. Da wird es dann doch etwas unlogisch, zu gefühlig und die Figuren bleiben konturlos. Das ist schade. Dennoch hält „7500“ über weite Strecken sein nervenzerreibendes Tempo.
Thriller D/Ö 2019 92 min., von Patrick Vollrath, mit Joseph Gordon-Levitt, Omid Memar, Aylin Tezel


