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„Jumanji: The Next Level“: Abenteuer im falschen Körper

| Lesedauer: 3 Minuten
Ralf Krämer
Wieder in der Spielewelt unterwegs: Kevin Hart, Dwayne Johnson, Jack Black und Karen Gillan (v.l.).dpa

Wieder in der Spielewelt unterwegs: Kevin Hart, Dwayne Johnson, Jack Black und Karen Gillan (v.l.).dpa

„Jumanji“ ist Kult. Mit „The Next Level“ gibt es nun schon die zweite Fortsetzung. Mit vielen Abenteuern – und manch bösem Seitenhieb.

Es ist höchste Zeit für den Christmas-Blues! Kaum hat der junge Student Spencer (Alex Wolff) einen Fuß vor die Tür seiner Uni gesetzt, wird er von einem Lied über die wunderbare weiße Weihnacht beschallt. Prompt fängt es an zu regnen.

Auf dem Weg nach Hause holt ihn die Vergangenheit ein. Seine alte Flamme Martha (Morgan Turner), Bethany (Madison Iseman) und Anthony „Fridge“ Johnson (Ser’Darius Blain) wollen sich am nächsten Tag mit ihm treffen. Doch Spencer hadert mit allem: mit seiner Jugend, die vorbei ist, mit seinem Erwachsenenleben, das nicht so recht anfangen will, und mit der guten Miene, die seine Mutter zu all dem zwanghaft aufsetzt.

In der Nacht verschwindet Spencer spurlos. Von eskapistischer Nostalgie getrieben, hat er offenbar das magische Videospiel Jumanji reaktiviert, in das er und seine Freunde zuletzt vor zwei Jahren gesogen wurden.

Die Komik, im falschen Körper zu stecken

Flugs machen sich Martha, Bethany und Fridge zu einer Rettungsaktion auf und betreten mit Spencers Großvater Eddie (Danny DeVito) und dessen Ex-Kompagnon Milo (Danny Glover) die vertraut wilde, aber hochgradig reglementierte Welt, in der es gilt, einen geheimnisvollen Edelstein aus den Händen des schrecklichen Jergen (Ego Mikitas) zu befreien.

Auch bei dieser zweiten Fortsetzung des Fantasy-Abenteuers „Jumanji“ von 1995 führt wieder Jake Kasdan Regie. Und wie schon in „Willkommen im Dschungel“ vor zwei Jahren speist sich der Humor hier vor allem aus der Divergenz der menschlichen Charaktere und der Physis ihrer Spielfiguren.

Amüsanter Kommentar auf den Jugendwahn

So muss etwa der schwarze Footballers Fridge in den Körper des rundlichen weißen Kartografen Shelly Oberon (Jack Black) schlüpfen. Dass der hyperaktive Greis Eddie mit kaputten Hüften und rasselnder Lunge ausgerechnet Dr. Smolder Bravestone mit seiner Bodybuilder-Statur als Avatar zugeteilt bekommt und somit Dwayne Johnson hier Danny DeVito spielt, ist ein äußerst amüsanter Kommentar auf den Jugendwahn und Körperkult Hollywoods.

Überhaupt erweist sich „Jumanji“ einmal mehr als Paradies für metaphorische Ebenen. Hinter all den actionreichen Abenteuern im Dschungel, in der Wüste und im verschneiten Hochgebirge funktioniert „The Next Level“ zum Beispiel als AI-Satire, die der eifrig vorangetriebenen Entwicklung von Künstlicher Intelligenz ein recht bescheidenes Zeugnis ausstellt.

Eine Fundgrube an Filmzitaten

Und wenn sich wieder mal zur Unzeit herausstellt, dass alle Charaktere, ganz wie im echten Leben, nur noch eins ihrer Leben zur Verfügung haben, kommt das einem existenzialistischen Schock gleich, der Jean-Paul Sartre zur Ehre gereichen würde.

Als Ausgleich dafür, dass dieser dritte Teil dennoch nicht ganz den Witz seines Vorgängers erreicht, gibt es zudem eine Fundgrube von Filmzitaten zu durchstöbern, die von „Beautiful Girls“ über „Game of Thrones“ bis hin zum berühmten Logo der Produktionsfirma Tri-Star reichen, das auch dem ersten „Jumanji“-Teil vorangestellt war. Sollte es nicht doch noch zu einem „Jumanji – Endgame“ kommen, vielleicht sogar mit einem digital wiederbelebten Robin Williams, wäre auch mit „The Next Level“ ein würdiges Ende dieser Reihe gelungen.

„Jumanji: The Next Level“: Der Trailer zum Film

Komödie USA 2019 123 min., von Jake Kasdan, mit Dwayne Johnson, Jack Black, Kevin Hart