Neu im Kino

„Mein Anfang. Dein Ende“ – Unser Pläsier

Der jungen Filmemacherin Mariko Minoguchi ist ein starkes Kinodebüt gelungen. Da regiert das Prinzip Zufall. Gerade in Liebesdingen.

Nora (Saskia Rosendahl) lernt Aron (Julius Feldmeier) kennen. Foto: 24 Bilder

Nora (Saskia Rosendahl) lernt Aron (Julius Feldmeier) kennen. Foto: 24 Bilder

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Ihr Berufsleben besteht aus Zahlen und Codes. Ihre Liebe ist wie ein Anker in einer Angst einjagenden Welt. Der Physikstudent Aron (Julius Feldmeier) und die Kassiererin Nora (Saskia Rosendahl) lernen sich in der U-Bahn kennen und verspüren sofort an ein Gefühl der Verbundenheit.

Ihre tragische Liebesgeschichte ist ein roter Faden in „Mein Ende. Dein Anfang.“, dem Kinodebüt der jungen Filmemacherin Mariko Minoguchi. Der andere besteht in einem Kleinfamiliendrama. Im Kopf des melancholischen Nachtwächters Natan (Edin Hasanovic) scheint sich alles zu drehen.

Für ein paar Momente genau der Richtige

Hier sein aufbrausendes Temperament, da die tiefen Gefühle für seine kleine, an Leukämie erkrankte Tochter und an eine Freundin, der er nichts mehr recht machen kann. Doch als sich diese beiden Fäden unversehens miteinander verbinden, ist Natan für Nora, zumindest für ein, zwei Momente, genau der richtige.

Erste Bilder: der Trailer zum Film

„Mein Ende. Dein Anfang.“ steht in einer Reihe mit Filmen wie „The Fountain“ oder „Arrival“. Gemein haben sie eine große Sehnsucht nach Sinn, nach einer Versöhnung von Ratio und Romantik, die sie in der Dekonstruktion des Prinzips Zufall suchen.

Alltägliches als Trostangebot

Mit ihrer ästhetischen Schönheit und einem auf Achtsamkeit zielenden Erzähltempo schaffen sie zudem einen Rahmen, der selbst Alltägliches mit Bedeutung auflädt, als Trostangebot für Materialisten. In dieser hermetischen, etwas zu ausladend in filmischen Referenzen schwelgenden, aber doch überzeugend gestalteten Welt ist vieles möglich. Sogar, dass jemand Rio Reisers „Für immer und Dich“ schief singt. Und gerade dadurch berührt.

Drama D 2019, 111 min., von Mariko Minoguchi, mit Saskia Rosendahl, Julius Feldmeier, Edin Hasanovic