Meist ist es nur ein kurzer Satz, durch den das Unheil seinen Lauf nimmt. Wie „Vertrau mir!“ Oder: „Ich bin gleich zurück“. Oder: „Da ist nichts!“ So kommen Schauergeschichten auf Touren. Wie jetzt auch in „Scary Stories To Tell In The Dark“ mit der Frage: „Willst Du ein Geisterhaus sehen?“
Halloween 1968. Wir sind in Mill Valley/Pennsylvania. Vier zum Gruseln entschlossene Teenager machen sich auf, das unheimliche Bellows-Anwesen zu erkunden. Sie finden ein Buch mit von Hand geschriebenen Horrorstorys der unter mysteriösen Umständen umgekommenen Sarah Bellows. Sie nehmen es mit. Doch das Buch schreibt wie von Geisterhand neue Geschichten. Und die werden auf grausige Weise zur Realität.

Regisseur André Øvredal hat unter Produzenten- und Drehbuch-Hilfe von Kino-Fantast Guillermo del Toro einen wunderbar altmodischen Gruselfilm geschaffen, der auf einer Kurzgeschichtensammlung von Alvin Schwartz basiert.
Die Geister, die wir riefen
Da wird eine Vogelscheuche im Maisfeld lebendig. Da schlurft ein Untoter auf der Suche nach seinem Zeh durchs Schlafzimmer. Da geht ein erschreckend gelenkiges Ungeheuer auf Menschenjagd.
Das Endsechziger-Setting ist charmant. Die Story ist wohl durchdacht. Die Gruseleffekte sind effektiv. Und die vier Unerschrockenen sind klug gezeichnet. Allen voran die von Horrorgeschichten faszinierte Brillenschlange Stella (Zoe Margaret Colletti), die mit ihren Kumpels Chuck (Austin Zajur), Auggie (Gabriel Rush) und Ramón (Michael Garza) versuchen muss, die Geister, die sie rief, wieder los zu werden.
Atmosphärisch dicht, bildkräftig und spannend bis zum Schluss ist „Scary Stories To Tell in The Dark“ genau der richtige Stoff für eine schrecklich-schöne Halloween-Nacht.
Horrorfilm USA 2019 107 min., von André Øvredal, mit Zoe Margaret Colletti, Michael Garza, Gabriel Rush


