Neu im Kino

„Die Addams Family“: Zur Entspannung auf die Streckbank

Nach TV-Serie, Kino und Musical kommt nun auch eine Animationsversion der „Addams Family“. Die wird dem Original durchaus gerecht.

HDie Familie Addams gibt es diesmal sogar mit Löwenanteil.

HDie Familie Addams gibt es diesmal sogar mit Löwenanteil.

Foto: dpa

Spätgeborenen sei kurz erklärt: Die Addams Family besteht aus Nachfahren von Hexen, Vampiren und anderen Schauerwesen, die in ihrer viktorianischen Villa dem Alltag einer ganz normalen US-Familie nachgehen. Nur umgekehrt. Man sagt „grauenvoll“ statt „wunderbar“.

Hier will man kein Lächeln, sondern Trübsinn. Und zur Entspannung geht’s nicht in die Sauna, sondern auf eine mittelalterliche Streckbank. Erdacht hat diese Bürgersatire der Cartoonist Charles Addams in den späten 1930er-Jahren.

Erste Bilder: der Trailer zum Film

Die Asche meiner Eltern

Nach etlichen TV-Serien, Kinoadaptionen und einem Musical steht nun ein 3D-Animationsfilm ins Haus. Endlich! Denn in Sachen schwarzhumoriger Eleganz macht dieser Familie auch heute niemand etwas vor: Die junge Morticia Frump steht vor dem Spiegel, taucht einen Pinsel in zwei Urnen und pudert sich mit der Asche ihrer Eltern die Wange schön blass.

Ein passendes Make-Up für ihre anstehende Hochzeit mit Gomez Addams, die Dank der zahlreichen Verwandtschaft wie eine Betriebsversammlung von Geisterbahnmitarbeitern wirkt. Leider wird sie von Mistgabeln schwingenden Wutbürgern gesprengt.

Viel nuancierter, als der Trailer denken lässt

Das Brautpaar flieht nach New Jersey, in ein leerstehendes Irrenhaus. 13 Jahre später beginnt die eigentliche Handlung, die sich vor allem um Sprössling Wednesday und deren Freundschaft zur Tochter einer Reality-TV-Moderatorin dreht.

Manch alter Fan mag kritisieren, dass sich diese Neuauflage von der makabren Schrulligkeit des Originals etwas entfernt. Die Übertragung der „Addams Family“ ins Hier und Jetzt, inklusive präpubertärer Selbstfindung, gelingt jedoch außerordentlich gut und ist viel nuancierter, als der allzu hektische Trailer befürchten ließ.

Animationsfilm 87 min., von Conrad Vernon und Greg Tiernan