Kulturforum

Debatte um Baukosten für das Museum des 20. Jahrhunderts

Der Bau des Berliner Museums der Moderne am Kulturforum soll viel teurer werden als geplant. Die Kulturstaatsministerin dementiert.

Der Haupteingang des neuen Museums mit großer Freitreppe und verglaster Fassade befindet sich auf dem Scharounplatz gegenüber der Philharmonie

Der Haupteingang des neuen Museums mit großer Freitreppe und verglaster Fassade befindet sich auf dem Scharounplatz gegenüber der Philharmonie

Foto: © Herzog & de Meuron

Berlin ist, wenn Bauprojekte viel teuer werden, als es ursprünglich geplant war und erst Jahre später fertig werden. Was für den neuen Flughafen BER, das Pergamonmuseum (plus 216 Millionen Euro) oder die Berliner Staatsoper (plus 40 Millionen Euro) gilt, soll nun auch dem „Museum der Moderne“ am Kulturforum drohen. Statt der ursprünglich in er Machbarkeitsstudie von 2013 veranschlagten 200 Millionen Euro könnte die „Kulturscheune“ laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ 600 Millionen Euro teuer werden.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) will am Montag im Haushaltsausschuss die aktualisierte Schätzung vorstellen. Abgeordnete und Kulturfunktionäre sprechen laut Zeitung von 446 bis 480 Millionen Euro. Bis zur Fertigstellung des Hauses 2025 oder 2026 soll der Bau des Kulturtempels sogar etwa 600 Millionen Euro verschlingen.

„Viele der in dem SZ-Artikel genannten Angaben und Zahlen zum Museum des 20. Jahrhunderts sind spekulativ bzw. unzutreffend“, heißt es dazu in einer Erklärung aus der Pressestelle von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) Insbesondere die Spekulation, dass sich die „Kosten verdreifachen“, sei „völlig aus der Luft gegriffen.“ Am Montag werde Kulturstaatsministerin Grütters zuerst den Abgeordneten des Haushaltsausschusses neueste Kostenrechnungen mit belastbaren Zahlen vorstellen. Anschließend werde die Öffentlichkeit informiert.

Ein überarbeiteter Entwurf

Die Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron hatten ihren Entwurf für das Museum des 20. Jahrhunderts in Berlin in den vergangenen Monaten gründlich überarbeitet. Das Architektur-Duo das in Hamburg die Elbphilharmonie entworfen hat, hatte im Oktober 2016 den internationalen Realisierungswettbewerb für den Museumsbau gewonnen. Laut der Pläne muss die Grundfläche des Museums verkleinert werden, um nicht zu dicht an die St.-Matthäus-Kirche zu kommen. Stattdessen wird ein weiteres Geschoss in die Tiefe gebaut, was wiederum zur Kostensteigerung beiträgt. Ein weiterer Grund seien die Baupreissteigerungen in den vergangenen Jahren.

Der erste Spatenstich für das Museum der Moderne ist nun für Anfang Oktober anvisiert. Mitte der 2020er-Jahre könne das Haus dann vermutlich eröffnen – ursprünglich war die Fertigstellung schon für 2021 geplant. Bis dahin, zeigte sich Monika Grütters überzeugt, würden sich die Berliner auch mit der eigenwilligen Bauform des Gebäudes aus unterschiedlich großen quadratischen Backsteinen und Glas ausgesöhnt haben.