Neu im Kino

„Die Agentin“: Diane Kruger in ständiger Lebensgefahr

Ein Stoff, der hinter die Kulissen der Spionage blickt. Doch auch eine starke Diane Kruger kann den schwachen Film nicht wettmachen.

Die Agentin (Diane Krüger) und ihr Hintermann (Martin Freeman).

Die Agentin (Diane Krüger) und ihr Hintermann (Martin Freeman).

Foto: Weltkino

Von Spionage-Geschichten geht ein besonderer Reiz aus, besonders wenn sie auf einer Vorlage beruhen, die ein echter Spion verfasst hat. Man weiß als Zuschauer zwar ganz genau, dass das nicht alles wahr sein kann, was da erzählt wird, schließlich geht es um „Staatsgeheimnisse“, aber das Rätseln darüber, was nun Realität und was Fiktion ist, ist mit einem gewissen Thrill verbunden. Sind Spione-Organisationen wirklich so kalt in ihrem Kalkül, so ruchlos, am Ende gar korrupt?

Yuval Adler verfilmt mit „Die Agentin“ einen Roman des Exagenten Yiftach Reicher Atir, „The English Teacher“, und setzt gegen die Kälte des Agentenbusiness gleich das menschliche Gesicht von Martin Freeman.

Erste Bilder: der Trailer zum Film

Der nimmt zu Beginn des Films mit väterlich besorgter Miene den Anruf einer verschollenen Agentin (Diane Kruger) entgegen, deren Einsatz im Iran vor mehr als einem Jahr beaufsichtigt hatte. Nun muss er nicht nur herausfinden, was sie will, sondern vor allem auch, auf welcher Seite sie steht.

Diane Kruger beweist als undurchschaubare Agentin Rachel einmal mehr, wie nuanciert und ausdrucksstark sie eine Figur auf der Leinwand entfalten kann.

Ein ständiges Hin und Her der Ebenen

Leider nutzt ihr das im Fall von „Die Agentin“ wenig, verwischt sich doch im verwirrenden Hin- und Herspringen zwischen vergangenen und gegenwärtigen Ereignissen im Film jede intendierte Charakterentwicklung.

Woher nimmt diese Rachel ihren Mut, sich so willentlich in Gefahr zu begeben? Was macht sie so empfänglich für den Charme ihres „Ziels“, eines jungen, gut aussehenden iranischen Geschäftsmanns? Oder macht sie auch ihm etwas vor? Mit einem schwachen Drehbuch und einem allzu trägen Erzähltempo macht es Adler dem Zuschauer eher schwer, sich dafür zu interessieren.

Thriller D/Is/F 2018 116 min., von Yuval Adler, mit Diane Kruger, Martin Freeman, Cas Anvar