Neu im Kino

„Das zweite Leben des Monsieur Alain“: Bessere dich!

Französische Tragikomödien feiern einen Erfolg nach dem anderen. Warum also nicht einfach alle aneinander pappen? Dieser Film tut es.

Alain (Fabrice Luchini) und seine Logopädin (Leïla Bekhti ).

Alain (Fabrice Luchini) und seine Logopädin (Leïla Bekhti ).

Das erste Leben des Titelhelden dauert nur ein paar Filmminuten: Alain Wapler (Fabrice Luchini), Manager eines Autokonzerns, ist ein aufbrausendes Männchen. Nur die Arbeit im Kopf, übersieht er seine Mitmenschen, auch seine Tochter (Rebecca Marder).

Und wenn jemand den alten Giftzwerg angesichts erster Verfallserscheinungen bremsen will, kläfft der nur: „Ausruhen kann ich, wenn ich tot bin“. Also: Schlaganfall, Aufwachen in der Klinik. Eine Logopädin (Leïla Bekhti) muss ihm erst wieder das Sprechen beibringen.

Erste Eindrücke: der Trailer zum Film

Französische Tragikomödien feiern seit ein paar Jahren einen Erfolg nach dem anderen. Offenbar dachte sich Regisseur Hervé Mimran: Warum nicht einfach alle aneinander pappen?

Von den „Sch’tis“ bis zu „Saint Jacques“

Auf Grundlage der Autobiografie des französischen Konzernmanagers Christian Streiff hangelt er sich verblüffend lieblos von „Ziemlich beste Freunde“ bis zu „Willkommen bei den Sch’tis“ und rührt noch eine ordentliche Portion „Die brillante Mademoiselle Neïla“ hinein.

Es sind noch acht Filmminuten übrig? Warum nicht flugs Alain auf dem Jakobsweg drapieren? Pilgerfilme wie „Saint Jacques - Pilgern auf Französisch“ funktionieren schließlich auch gut beim Publikum.

Fabrice Luchini verfügt in der Rolle des Alain über genau zwei Gesichtsausdrücke, einen fürs erste Leben (beleidigt-aggressiv), und ein debiles Grinsen fürs zweite. Liebenswert soll das sein, aber dieser „neue“ Alain bleibt so schablonenhaft wie der alte.

Komödie F 2018 100 min, von Hervé Mimran, mit Fabien Luchini, Rebecca Marder, Leïla Bekhti