„Scheiße, wenn man arm ist, oder?“ sagt Jenny (Emilia Schüle), die verwöhnte Freundin eines lokalen Großkapitalisten, der mit Massentierhaltung und einem Casino reich wurde. „Ich glaube aber nicht an Geld, ich glaube an Liebe und Freiheit,“ antwortet Axel (Johannes Kienast), der Huckleberry-Finn-Typ, der seine Spielschulden als Gärtner abarbeiten muss.

So rein und klar kommt dieser Dialog daher, wie einst ein Lied der Doors oder ein Buch von Hermann Hesse. Leider existiert er nur in Axels Fantasie. In ihr funktioniert sein Leben wie im Märchen oder in jener Miniaturwelt aus Papier, die er sich zuhause bei seiner Tante gebaut hat, in die er sich immer wieder zurückzieht, wenn er am wahren Leben scheitert. „Axel, der Held“ erzählt von einer Selbstbefreiung, vom Kampf um Jennys Herz, gegen die Schulden, gegen die Sucht.

Axel liebt Jenny (Emilia Schüle).
Axel liebt Jenny (Emilia Schüle). © W-Film

Vor 19 Jahren hat Hendrik Hölzemann mit dem Drehbuch zur Coming-Of-Age-Komödie „Nichts bereuen“ den Grundstein für die Karrieren von Daniel Brühl und Jessica Schwarz gelegt. Vier Jahre später gab er als Regisseur von „Kammerflimmern“ Matthias Schweighöfer die Rolle seines Lebens. Seither trat Hölzemann nur noch als Co-Autor in Erscheinung.

Und wieder wird ein Jungstar geboren

Sein Comeback „Axel, der Held“ wirkt nun etwas ungelenk, lebt aber wieder von einer eigenen, subtil humoristischen Handschrift, originellen Bildern und einem leicht verloren wirkenden, großartigen jungen Schauspieler. Johannes Kienast wird seinen Weg machen. Und Hendrik Hölzemann hoffentlich möglichst bald weitere Filme drehen.

Komödie D 2019 90 min., von Hendrik Hölzemann, mit Johannes Kienast, Christian Grashof, Emilia Schüle