Benjamin Blümchen kann auf eine über 40-jährige Karriere zurückblicken. Der sprechende Elefant mit großer sozialer Ader wurde für Generationen von Kindern zum gutmütigen Begleiter durch die ersten Jahre des Medienkonsums. Nach Büchern, Hörspielen etc. kommt er nun erstmals ins Kino, als Realverfilmung mit digital animiertem Hauptcharakter.

Im Bezug auf letzteren liegt nicht erst seit dem neuen „König der Löwen“ die Latte unerreichbar hoch, worauf Regisseur Tim Trachte die Flucht nach hinten antrat. Er orientiert sich eher an Disney-Klassikern wie „Elliot, das Schmunzelmonster“ von 1977 – Benjamin Blümchens Geburtsjahr.

Die zickige Investorin Zora Zak (Heike Makatsch) mit ihren Schergen
Die zickige Investorin Zora Zak (Heike Makatsch) mit ihren Schergen © Studiocanal

Wenn Benjamin und sein bester Freund Otto (Manuel Santos Gelke) hier die überkandidelte Investorin Zora Zack (Heike Makatsch) daran hindern wollen, den paradiesischen Neustädter Zoo zum Vorgarten einer neuen Luxusappartmentanlage zu degradieren, erzeugen betont altmodisch in Szene gesetzte Effekte, übersättigte Farben und ein rückständig wirkender Cartoon-Stil vor allem nostalgisches Vergnügen.

Die ansteckende Spielfreude aller Darsteller kann der Film ebenfalls auf seine Habenseite verbuchen. Dass die Geschichte von Drehbuchautorin Bettina Börgerding („Bibi & Tina“) bisweilen recht holperig daherkommt und im modernitätskritischen Furor auch zu einigen wohlfeilen Plattitüden neigt, wird wohl eher dem Benjamin-Blümchen-Alter entwachsenen Begleitpersonen aufstoßen. Ralf Krämer

Familienfilm D 2019 91 min., von Tim Trachte, mit Manuel Santos Gelke, Heike Makatsch, Friedrich von Thun