Nein, man muss keinen der bislang acht Filme der Blockbuster-Reihe „The Fast & The Furious“ gesehen haben, um an diesem Spin-Off des Action-Spektakels seinen Spaß zu haben. Die Macher der Serie haben zwei Charaktere aus der Raser-Familie herausgelöst und um sie herum ein klassisches Buddy-Movie gestrickt.
In „Fast & Furious 5“ tauchte erstmals Dwayne Johnson als Special-Agent Luke Hobbs auf, in Teil sechs stieß als sein Gegenpart Jason Statham als krimineller Nobel-Söldner Deckard Shaw dazu. Nun müssen die zwei in „Fast & Furious: Hobbs Shaw“ von Ex-Stuntman und Regisseur David Leitch im Alleingang die Welt retten.
Hobbs und Shaw verbindet vor allem eines: eine tiefe gegenseitige Abneigung. Sie können sich nicht ausstehen. Doch als nach einem missglückten MI6-Einsatz in London ein todbringender Virus verschwindet, werden die so unterschiedlichen Muskelprotze vom CIA aktiviert, um den zur Kampfmaschine mutierten Terroristen Brixton (Idris Elba), der es auf das Virus abgesehen hat, zur Strecke zu bringen.

Sie machen es widerwillig. Aber mit vollem Körpereinsatz. Sie werfen mit coolen Sprüchen, pointierten Jokes und deftigen One-Linern nur so um sich. Und sie machen, was sie am besten können: sie prügeln und ballern, was das Zeug hält.
Atemberaubende Stunts und Verfolgungsjagden
Das Drehbuch das langjährigen „Fast & Furious“-Autors Chris Morgan sorgt für die Atempausen zwischen immer neuen, irrwitzigen Schlägereien und Stunts, die erneut atemberaubend choreographiert sind. CGI macht’s möglich.
Etwa eine rasante Verfolgungsjagd mit einem McLaren 720S und diversen Motorrädern mitten durch die City von London. Oder ein durchgedrehter Blackhawk-Hubschrauber-Showdown auf Hobbs’ pazifischer Heimatinsel Samoa. Der Schauwert ist enorm.
Die Dritte im Bunde ist die nicht weniger schlagkräftige Vanessa Kirby als Shaws Schwester Hattie und MI6-Agentin, die im Besitz des Virus ist und deshalb von Brixton gejagt wird - im Auftrag seines anonymen Chefs der Etian-Gentechnik-Organisation, die dem Ganzen noch einen Tick Science-Fiction-Elemente un-terjubelt.

Die sonstigen Figuren aber bleiben bloße Staffage. Helen Mirren hat einen kleinen Auftritt als Shaws inhaftiere Mutter, Comedian Rob Delaney gibt kurz den überdrehten CIA-Agenten Loeb.
Kleine Tricks mit den Rolling Stones
Groß geschrieben wird wie schon in den „Fast & Furious“-Filmen die Familie. So trifft sich Hobbs immer wieder mit seiner kleinen Tochter und erinnert sich im letzten Drittel seiner heimatlichen Wurzeln auf Samoa. Shaw und Schwester Hattie wiederum lassen in Rückblenden Gaunertricks ihrer Kindheit wieder aufleben, die sie den „Keith Moon“ oder den „Mick Jagger“ getauft haben. Und die auch nun im Kampf gegen Brixton und seine Schergen noch bestens funktionieren.
Die Actionstars Dwayne Johnson und Jason Statham
erweisen sich als ausgebufftes Alphamännchen-Team, das sich schlagkräftig und mit einer ordentlichen Portion Ironie durch diese weit mehr als zwei Stunden höchst unterhaltsamen
Popcorn-Kinos prügelt. Wer so etwas mag, der kommt bei „Hobbs& Shaw“ voll auf seine Kosten.
Action USA 2019 von, mit Dwayne Johnson, Jason Statham, Vanessa Kirby, Idris Elba, Helen Mirren


