Der handelsüblichen Leberkäsesemmel haftet zurecht der Ruf eines nicht eben gesundheitsförderlichen Fastfoods an. Da es dem Dorfpolizisten Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) aber an Herausforderungen mangelt, lässt er sich von seinen Cholesterinwerten nicht beeindrucken. Er verspeist das brühwurstbeladene Weißmehlerzeugnis, am besten im XXL-Format, mehrmals täglich. Wie zur Strafe überschlagen sich die Ereignisse.

Die Oma (Enzi Fuchs) bekocht ihn nur noch vegetarisch, der Hof der Mooshammer Liesl (Eva Mattes) brennt, aus den Flammen wird die Leiche einer jungen Frau gefunden und Papa Eberhofer (Eisi Gulp) verliebt sich in die Mordverdächtige (Anica Dobra). Zu allem Überfluss hat Franz seiner Exfreundin noch zugesagt, sich eine Woche um den gemeinsamen, eineinhalbjährigen Sohn zu kümmern.

Wohl bekomm’s: Der Snack wird am besten im XXL-Format verspeist.
Wohl bekomm’s: Der Snack wird am besten im XXL-Format verspeist. © Constantin Film

In der sechsten Verfilmung der Eberhofer-Krimis der Bestsellerautorin Rita Falk entfaltet der rustikale bayerische Volkstheatercharme mit gewohntem Tempo und Sprachwitz seine anheimelnde Wirkung. Als ungemein anschlussfähig erweist sich hier Eva Mattes, einst Bezzels Vorgesetzte im Konstanzer „Tatort“, die voller Spiellust eine Landfrau zwischen Kräuterhexe und Femme Fatal gibt.

Ein wenig die Balance verloren

Etwas zu sehr über die Stränge lässt Regisseur Ed Herzog dagegen Robert Stadlober schlagen, der als exaltierter schwuler bester Freund der Toten auf dem schmalen Grad zwischen zugespitztem Klischee und alberner Karikatur die Balance verliert.

Für „Kaiserschmarrndrama“, den wohl letzten, im nächsten Jahr anstehenden Teil der Reihe lässt „Leberkäsjunkie“ also wieder ein wenig Luft nach oben. Nicht nur kulinarisch.

Krimikomödie D 2019 96 min., von Ed Herzog, mit Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff