Konzert in Berlin

Christina Aguilera lässt die 2000er wieder aufleben

In der Mercedes-Benz Arena liefert Christina Aguilera eine temporeiche Show. Nur die vielen Unterbrechungen stören.

Christina Aguilera auf der Bühne.

Christina Aguilera auf der Bühne.

Foto: Ferdy Damman / picture alliance / ANP

Berlin. Nach 13 Jahren ist sie zurück. So lange ist es bereits her, dass Christina Aguilera zum letzten Mal auf Europatournee war. Nun fährt sie am Donnerstagabend auf einem verspiegelten Thron aus dem Bühnenboden, als wäre sie nie weg gewesen. Eine Lichterkette ist in ihr silbernes Outfit eingearbeitet, acht aufgedrehte Tänzer wirbeln um sie herum und helfen ihr zu Songs wie „Genie in a Bottle“ dabei, die frühen 2000er wieder aufleben zu lassen.

Man merkt dem Publikum in der Mercedes-Benz Arena das jahrelange Warten an. Die aufgestaute Vorfreude entlädt sich über den Abend verteilt in Jubel und geschrienen Liebesbekundungen, die von der Sängerin auf der Bühne erwidert werden. Immer wieder richtet sie im Laufe des Abends das Wort an ihre geduldigen Fans und bedankt sich für deren Treue.

Christina Aguilera in Berlin: Goldkonfetti in rauen Mengen

Die Show ist in sechs Teile gegliedert. Das bedeutet sechs Outfits, deren Wechsel jedes Mal Zeit kostet. Gleichzeitig sorgt dieses Prozedere für viel Abwechslung. Mal tanzt der Superstar zu „Dirrty“ ganz in Gold über die Bühne, mal gibt sie sich zum Song „Sick of Sittin‘“ kämpferisch im schwarzen Ledermantel.

Zu Beginn ist das Tempo der Show äußerst hoch. Aguilera und ihre Hintergrundtänzer liefern stürmische Choreografien, einige Lieder werden stark gekürzt zum Besten gegeben, und zwischendurch wird Goldkonfetti in rauen Mengen ins Publikum geschossen. Das alles hält zwar das Energielevel hoch, sorgt aber auch für das Gefühl, dass Hits wie „Express“ oder „What a Girl Wants“ bloß abgefertigt und nicht zelebriert werden.

Tanzeinlagen und Videoeinspieler kaschieren ständige Unterbrechungen

Die Outfitwechsel und Umbauarbeiten gehen zwar schnell vonstatten, störend ist allerdings die Häufigkeit der Unterbrechungen, die stets mittels Tanzeinlage oder Videoeinspieler kaschiert werden. Ein Techniker befördert noch schnell mithilfe eines Laubbläsers die Konfettireste von der Bühne, dann kann es mit der eiligen Show weitergehen.

Erst als die gebürtige New Yorkerin einige Balladen aneinanderreiht, wird die Show ein wenig entschleunigt. Zu Liedern wie „Twice“ von ihrem aktuellen Album „Liberation“ kann sie endlich das volle Potenzial ihrer kraftvollen Stimme nutzen, die während der schnelleren Lieder zum Halbplayback teilweise auf der Strecke blieb.

Ihren Song „Reflection“ aus dem Disney-Film „Mulan“ nutzt Aguilera, um sich der Anfänge ihrer Karriere zu entsinnen und ein weiteres Mal ihren Fans zu danken. Die Arbeit als Moderatorin der Disneyshow „Mickey Mouse Club“ ermöglichte es ihr schon im Alter von zwölf Jahren, sich zum ersten Mal einem großen Publikum zu präsentieren.

Ausgelassen wie auf einem Kindergeburtstag

Gegen Ende des Abends wird es ein wenig sentimental, als die Arena effektvoll in den Song „Beautiful“ mit einstimmt. Damit das Konzert trotzdem auf einer heiteren Note endet, wird das Publikum kurz darauf mit Konfetti und bunten Ballons übergossen. So ist die Stimmung ganz zum Schluss noch einmal ausgelassen wie auf einem Kindergeburtstag, und die Sängerin kann sich nach der langen Wartezeit von ihren zufriedenen Fans verabschieden.