Neu im Kino

Not schweißt zusammen: die Filmkomödie „Rebellinnen“

Sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Aber diese drei Frauen müssen zusammenhalten – auch gegen die Mafia: „Rebellinnen“.

Frauenrat beim Essen, mit all dem Geld auf dem Tisch: Sandra (Cécile de France), Marilyn (Audrey Lamy) und Nadine (Yolande Moreau, v.l.).

Frauenrat beim Essen, mit all dem Geld auf dem Tisch: Sandra (Cécile de France), Marilyn (Audrey Lamy) und Nadine (Yolande Moreau, v.l.).

Foto: dpa

Ralf Krämer

Am Fließband sind sie alle gleich: Die ehemalige Schönheitskönigin Sandra (Cécile de France), die vor ihrem gewalttätigen Mann zurück in ihr Heimatstädtchen geflüchtet ist. Nadine (Yolande Moreau), eine übergewichtige, unzufriedene, äußerst meinungsstarke Hausfrau und die alleinerziehende, quirlige Audrey (Audrey Lamy).

Erste Eindrücke: der Trailer zum Film

Alle drei haben jenes Alter erreicht, in dem sie auf dem Arbeitsamt nur noch mit einer Mischung aus Mitleid und Fatalismus angesehen und dann zur Fischkonservenfabrik weitergeleitet werden, zum einzigen Arbeitgeber, bei dem ungelernte Frauen ab 40 noch eine Chance haben. Der Job ist enervierend, die Bezahlung mies.

Aber Sandra, Nadine und Audrey entwickeln einen robusten Draht zueinander, der sie im Moment größter Not zu einer solidarischen Bande zusammenschweißt. Der schmierige Schichtleiter Jean-Mi (Patrick Ridremont) fällt bei dem Versuch, Sandra in der Umkleide zu vergewaltigen, so unglücklich gegen einen offenen Spind, dass ihm sein bestes Stück vom Leib getrennt wird. Er verblutet.

Ein kraftvoller, ungehobelter Spaß

Nadine und Audrey eilen zur Hilfe und entdecken in Jean-Mis Sporttasche einen dicken Batzen Bargeld. Die drei vergraben ihren Fund vorerst im Wald. Die Leiche lassen sie, fein säuberlich zu Fischkonserven verarbeitet, unauffällig verschwinden.

Natürlich läuft nicht alles wie geplant. Sandra verknallt sich in einen ermittelnden Polizeibeamten und plötzlich steht die Drogenmafia vor der Tür, die Jean-Mi und eine gewisse Sporttasche vermisst. „Rebellinnen” ist ein französische Film der weniger subtilen Art.

Hier wird ohne Rücksicht auf Wahrscheinlichkeit geflucht, geprügelt und geschossen, wie in US-amerikanischen B-Movies der 80er Jahre. Zugleich wird die Welt unterprivilegierter Arbeiterinnen mit Respekt und einer Liebe zum Detail beschrieben, an der sich so manches gut gemeinte Sozialdrama ein Beispiel nehmen sollte. Ein kraftvoller, ungehobelter Spaß, den drei sehr unterschiedlichen Schauspielerinnen souverän über die Ziellinie tragen.

Komödie F 2018, 98 min., von Allan Mauduit, mit Cécile de France, Yolande Moreau, Audrey Lamy