Neu im Kino

Wenn nur noch Beten hilft: Breakthrough“

Ein allzu naives christliches Erbauungsdrama: In „Breakthrough – Zurück ins Leben“ holt das Beten einen Jugendlichen aus dem Koma.

Joyce (Chrissy Metz) betet am Bett ihres Sohnes (Marcel Ruiz).

Joyce (Chrissy Metz) betet am Bett ihres Sohnes (Marcel Ruiz).

Foto: 20th Century Fox

Letztlich ist alles nur eine Frage der Perspektive. Nüchtern betrachtet war bei der Angelegenheit neben der medizinischen Versorgung offensichtlich eine unfassbar große Portion Glück im Spiel. Als gläubiger Christ könnte man darin natürlich auch ein Zeichen Gottes sehen. Wirklich erklären lässt sich die wahre Begebenheit kaum, die Regisseurin Roxann Dawson in „Breakthrough“ aufgreift.

Der Film verarbeitet die Geschichte des 14-jährigen John (Marcel Ruiz) aus der US-Kleinstadt St. Charles, der von Joyce (Chrissy Metz) und Brian (Josh Lucas) adoptiert wurde. Als er eines Tages mit Freunden über einen vereisten See läuft, bricht er ein – und ist über eine Viertelstunde im Wasser, bis er gerettet wird. Fortan liegt er im Koma, die Wahrscheinlichkeit, dass er ohne bleibende Schäden überlebt, geht gegen Null.

Doch dann ruft die Mutter am Krankenbett Gott an und hilft mit ihrem Gebet, ihren Sohn ins Leben zurückzuholen – so zumindest wird es in diesem Überlebensdrama interpretiert, das die Ereignisse zum christlichen Erbauungsdrama aufbläht.

Von Anfang an wird dabei ein Kosmos gezeigt, der ganz selbstverständlich von Glaube und Kirche durchdrungen ist.

Kirche ist dort cool, der junge Pastor engagiert, jeder betet für John und der Glaube versetzt Berge. Verfügt man als Zuschauer nicht selbst über einen glühenden Glauben, von dem man sich durch den Film tragen lassen kann, hat man vor allem viel Zeit sich zu wundern: Wie für ein so seichtes, naives Melodram, das knapp über TV-Schicksals-Roman-Niveau wabert, eine so prominente Besetzung zustande kommen konnte.

Drama USA 2019 117 min., von Roxann Dawson, mit Chrissy Metz, Josh Lucas, Topher Grace.