Gallery Weekend

Die Messe Paper Positions: Mit Papier geht beinahe alles

Alles mit Papier: Zeichnungen, Collagen, Malerei, Objekte, Fotografien: 48 Galerien aus elf Ländern zeigen insgesamt 131 Künstler.

Das teuerste Exponat ist ein Aquarell von Emil Nolde: Blick in die Messe.

Das teuerste Exponat ist ein Aquarell von Emil Nolde: Blick in die Messe.

Foto: Reto Klar

Unter hohen Kappendecken zwischen Säulen wandeln – so kann man in der lichtdurchfluteten Halle der Berliner Telekom-Repräsentanz Kunst auf Papier entdecken. Zum dritten Mal findet während des Gallery Weekends im Gebäude des ehemaligen kaiserlichen Telegraphenamts in Mitte die Berliner Kunstmesse Paper Positions statt und zeigt, was man aus Papier so alles machen kann: Zeichnungen, Collagen, Malerei, Objekte, Fotografien, Künstlerbücher und Autografe. Bis Sonntag präsentieren 48 Galerien aus elf Ländern insgesamt 131 Künstler.

Ein besonderes Material

Die Messe, eine Berliner Erfindung der beiden Direktoren Kristian Jarmuschek und Heinrich Carstens, ist auf Expansionskurs. Immer mehr Aussteller interessieren sich dafür. Außerdem gibt es mit München und Basel weitere Standorte. „Schon die erste Paper Positions-Ausstellung 2016 im Bikini Berlin war ein großer Erfolg. Fünf Minuten nach Eröffnung war die Location gefüllt“, schwärmt Kristian Jarmuschek noch heute.

Papierarbeiten sind nicht nur beim Publikum beliebt, sondern auch bei den Ausstellern: „Das Medium selber macht unser Format so attraktiv. Der hohe Kostendruck bei anderen Messen führt dazu, dass man das Gefühl hat, überall dieselbe marktgängige Kunst präsentiert zu bekommen. Bei uns ist das anders: Da die Kosten für die Aussteller moderat sind, werden auf der Paper Positions wahre Schätze gehoben, manchmal als Neu- und manchmal als Wiederentdeckung!“

Das klingt fast so, als könne die Messe noch weiter wachsen. Doch da winkt Heinrich Carstens ab: „Mit 48 Ausstellern sind wir größer geworden als in den Jahren zuvor. Wir haben sogar weit mehr Bewerber und könnten die Messe deutlich größer anlegen, aber bei 50 Teilnehmern wäre für uns ohnehin eine Grenze erreicht. Sonst ist es für die Besucher zu viel. Die Idee ist ja, dass man 30 bis 60 Minuten entspannt hier durchschlendert, sich einen ersten Überblick verschafft, dann etwas trinkt, isst und sich unterhält, sich anschließend dann noch mal gezielt die Favoriten anschaut und zu guter Letzt vielleicht etwas kauft.“

Das teuerste Werk stammt von Emil Nolde

Das Spektrum ist wie immer eine Mischung aus etablierten Künstlern und Newcomern, darunter Hell Gette, eine junge aufstrebende Künstlerin, bei Golestani, die Emojis in ihre Kunst einarbeitet, Milen Till bei der Galerie The Curve mit spannenden Porträtcollagen sowie Mafalda Figueiredo und Felix Becker bei Maus Contemporary aus den USA, aber auch Klassiker wie Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner und Ernst Wilhelm Nay bei Hagemeier, ebenso wie Georg Karl Pfahler bei Uekermann oder Joseph Beuys bei Holthoff-Mokross aus Hamburg. Die Preise liegen zwischen 800 und 180.000 Euro. Das teuerste Werk ist vermutlich ein Blumenaquarell von Emil Nolde (entstanden 1930-1940) für 185.000 Euro bei Hagemeier aus München.

Zum ersten Mal wird auch der Paper Positions Award vergeben. „Der Gewinner erhält im nächsten Jahr eine Solopräsentation auf der Paper Positions und eine kleine Publikation“, sagt Heinrich Carstens. Außerdem hat die Messe im Atrium 16 junge Berliner Modelabels eingeladen, die sich bis Sonntag in Pop-Up-Stores präsentieren.

paper positions.berlin. international art fair for works on paper. 25.-28.04.2019, Geöffnet Fr. + Sa 13-20 Uhr, So 11-18 Uhr. Deutsche Telekom Hauptstadtrepräsentanz, Französische Straße 33a-c, Berlin-Mitte.