Neu im Kino

Die Katze lässt das Mausen nicht: „Ein letzter Job“

Michael Caine muss mal wieder einen Film retten. „Ein letzter Job“ erzählt von einem berühmten Raubüberfall – aber sehr unentschieden.

Brian Reader (Michael Caine, M.) und seine Komplizen.

Brian Reader (Michael Caine, M.) und seine Komplizen.

Foto: Studiocanal

Michael Caine ist eine Ikone des britischen Kinos. Mehr als 160 Filme hat der 86-Jährige gedreht, und egal wie meisterhaft oder mittelmäßig sie waren, er hat sie stets durch seine Präsenz geadelt. Das kommt nun auch „Ein letzter Job“ zugute, dem einer der spektakulärsten Raubüberfälle der britischen Kriminalgeschichte zugrunde liegt. Einem Film allerdings, der sich nie darüber im Klaren ist, ob er nun Drama, Krimi oder Komödie sein will.

Über die Osterfeiertage 2015 waren sechs Rentner-Gangster und ein jüngerer Komplize in die Tresorräume der „Hatton Garden Safe Deposit Company“ eingestiegen. Dort lagern Londons Juweliere ihre Schätze über Nacht. Erst war von 200 Millionen Euro Beute die Rede, am Ende waren es immerhin 19 Millionen. Sie wurden geschnappt. Sie landeten hinter Gittern.

Regisseur James Marsh hat diese wahre Geschichte nun unentschlossen auf die Leinwand gebracht. Brian Reader (Michael Caine) ist ein in die Jahre gekommener Juwelendieb.

Er hat seine Frau verloren, seine Freunde sitzen hinter Gittern, der 77-Jährige hadert mit dem Alter. Er will es nochmal wissen. Er plant seinen Abgang mit Stil. Er tut sich mit anderen Rentner-Kriminellen zusammen und plant ganz nach alter Schule seinen letzten großen Job.

Gegen das Drehbuch kommen die Stars nicht an

Neben Caine sind großartige Altstars wie Jim Broadbent, Tom Courtenay oder Michael Gambon dabei. Doch sie kämpfen gegen ein langatmiges Drehbuch an. Sie können den Kampf nicht gewinnen.

Die Komik beschränkt sich auf die Sturheiten und Krankheiten des Alters. Was die Schauspieler dennoch aus ihren Figuren herausholen, ist bewundernswert. Einmal mehr an vorderster Front Michael Caine. Das rettet aber den Film nicht mehr, der mit starrem Blick auf die tradierten Fakten die Dramaturgie gänzlich aus den Augen verloren hat. Schade drum. Peter E. Müller

Thriller GB 2019 106 min., von James Marsh, mit Michael Caine, Tom Courtenay, Jim Broadbent