Bühne

Stephan Märki wird neuer Intendant am Staatstheater Cottbus

Der Schweitzer Theatermacher kehrt damit nach Brandenburg zurück. Die Bühne hatte mit Mobbing-Vorwürfen zu kämpfen.

Der gebürtige Schweizer Stephan Märki vor dem Deutschen Nationaltheater Weimar, dessen Generalintendant er von 2000 bis 2012 war.

Der gebürtige Schweizer Stephan Märki vor dem Deutschen Nationaltheater Weimar, dessen Generalintendant er von 2000 bis 2012 war.

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Potsdam.  Aus der Schweiz zurück nach Brandenburg: Stephan Märki, der zuletzt das Konzert Theater Bern und in den 90er-Jahren auch das Potsdamer Hans-Otto-Theater geleitet hatte, wird neuer Intendant und Operndirektor am Staatstheater Cottbus. Der Stiftungsrat der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) habe Märki am Mittwoch zum Nachfolger von René Serge Mund gewählt, teilte das Kulturministerium am Mittwoch in Potsdam mit. Er werde sein Amt voraussichtlich zur Spielzeit 2020/21 übernehmen.

Märki wurde 1955 in Bern geboren. In München gründete er 1985 das Teamtheater. 1993 wechselte er nach Potsdam, ab 2000 arbeitete er als Generalintendant am Deutschen Nationaltheater in Weimar.

Mobbing-Vorwürfe und Rücktritte

Märki sei ein ausgewiesener Fachmann mit langjähriger Erfahrung als Intendant und großen Erfolgen an unterschiedlichen Häusern, betonte die Vorsitzende des Stiftungsrates der Kulturstiftung, Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD): „Sowohl in Bern als auch in Weimar ist es ihm gelungen, die Theater sowohl organisatorisch als auch künstlerisch zu stabilisieren und voranzubringen.“ Sie sei davon überzeugt, dass Märki Brandenburgs einzigem Theater mit vier Sparten künftig neue künstlerische Impulse geben und damit die Attraktivität und Strahlkraft des Staatstheaters erhöhen werde.

Das im Jugendstil gebaute Cottbusser Theater wurde 1908 eröffnet und 1992 zum Staatstheater ernannt. In der vergangenen Spielzeit gab es Mobbingvorwürfe gegen den Generalmusikdirektor Evan Christ mit anschließender Kündigung. Auch Intendant Martin Schüler trat im Zuge dieser Vorwürfe von seinem Amt zurück. Er habe den Blick für die Nöte des Ensembles und damit dessen Vertrauen verloren, begründete Schüler seinen Schritt damals. Sein Nachfolger wird sich also nicht nur ums Künstlerische, sondern auch um Zwischenmenschliche kümmern müssen.