Neu im Kino

Eine Klasse Muster-Klone: „Unheimlich perfekte Freunde“

Marcus H. Rosenmüllers neuer Film ist ein liebevoll gestalteter Kinderfilm. Mit durchaus tiefgründiger Botschaft auch für die Großen.

Hallo Doppelgänger: Frido (Luis Vorbach) und sein besseres Ich.

Hallo Doppelgänger: Frido (Luis Vorbach) und sein besseres Ich.

Foto: dpa

Eine Skurrilität des deutschen Filmförderwesens ist die Initiative „Der besondere Kinderfilm“. Sie unterstützt „gut erzählte“ Filme für die Zielgruppe 6 bis 12+, die „relevante Themen frisch und originell umsetzen.“ Man mag es als Offenbarungseid verstehen, dass solche Qualitäten als besonders schützenswert verstanden werden.

Dennoch ist zu würdigen, dass Filmemacher Marcus H. Rosenmüller („Trautmann“) so seine Vision eines besonders liebevoll gestalteten Abenteuerfilms umsetzen konnte, der sich an Kinder richtet, aber auch als Unterhaltung für die ganze Familie funktioniert.

In „Unheimlich perfekte Freunde“ dreht sich alles um den Viertklässler Frido (Luis Vorbach). Er steht im doppelten Sinn vor einem neuen Lebensabschnitt: Seine Eltern haben sich gerade getrennt und seine Versetzung an eine weiterführende Schule gilt als gefährdet.

Kampf gegen die Doppelgänger

Nach einem Krisengespräch mit der unerbittlichen Lehrerin (Margarita Broich) nimmt Frido Reißaus, verirrt sich in einen Jahrmarkt und steht plötzlich vor einem magischen Spiegelkasten. Per Knopfdruck erschafft er sich hier einen Doppelgänger, sein vorgeblich besseres Ich, das er fortan an seiner Stelle in die Schule schickt. Fridos Geheimnis bleibt nicht lange verborgen. Bald besteht seine ganze Klasse aus Musterschülerzombies.

Mit viel Tempo und Situationskomik nehmen Frido und seine echten, unperfekten Freunde den Kampf gegen ihre Doppelgänger und damit auch gegen die gesellschaftliche Forderung nach Selbstoptimierung auf. Entsprechend durchzieht den manchmal etwas überladenen, aber durchweg frischen Spaß auch die melancholische Einsicht, das Kindern hier einmal mehr Probleme aufgebürdet werden, die auch Erwachsene noch lange nicht gelöst haben.

Familienfilm D 2019 92 min., von Marcus H. Rosenmüller, mit Luis Vorbach, Jona Gaensslen, Margarita Broich