Neu im Kino

Manchmal ist das Remake besser: „Friedhof der Kuscheltiere“

Es ist eins von Stephen Kings besten Büchern. 30 Jahre nach der Erstverfilmung gibt es nun eine Neuauflage: zeitgemäß und aufgepeppt.

Louis (Jason Clarke) kommt auf einen schrecklichen Gedanken.  dpa

Louis (Jason Clarke) kommt auf einen schrecklichen Gedanken. dpa

Foto: dpa

Manchmal ist der Tod besser. Der Satz steht als Leitmotiv über dieser Geschichte. Es geht um Trauer, Verlust, unser Unvermögen, mit dem Sterben umzugehen. Horrorautor Stephen King hat die Hilflosigkeit gegenüber der Endlichkeit 1983 seinem Roman „Friedhof der Kuscheltiere“ zugrunde gelegt. Es ist eines seiner besten Bücher, für dessen glücklose Verfilmung er 1989 auch das Drehbuch verfasst hat.

Blutige Direktheit

Nun kommt genau 30 Jahre später ein Remake ins Kino, für das Drehbuchautor Jeff Buhler die Story zeitgemäß aufgepeppt abgeändert hat. Das Regiegespann Kevin Kölsch und Dennis Widmyer beschwört eine unheimliche Atmosphäre und geizt weder mit Schreckmomenten noch mit blutiger Direktheit. Vor allem überzeugt dieser Film mit einem hochklassigen Darstellerensemble, das einem die von Trauer traumatisierten Figuren emotional nahebringt – auch wenn in der zweiten Hälfte dann doch der Horror regiert.

Die Familie Creed will das Großstadtleben Bostons hinter sich lassen und zieht in den kleinen Ort Ludlow in Maine nahe der Route 15 zieht. Der Arzt Louis (Jason Clarke), seine Frau Rachel (Amy Seimetz), die achtjährige Ellie und ihr kleiner Bruder Gage müssen aber schon bald feststellen, dass auf der Straße vor dem Haus Tanklaster mit gefährlichem Tempo vorbeirasen. Und dass sich im Wald hinter dem Haus ein Friedhof befindet, auf dem die Kinder des Ortes ihre Haustiere bestatten.

Verstörend, fesselnd, gelungen

Als der Kater der Creeds überfahren wird, gibt Nachbar Jud Crandall (John Lithgow) ein Geheimnis preis: Hinter dem Tierfriedhof gibt es einen ehemaligen Begräbnisplatz der Mi’kmaq-Indianer, ein verfluchter Ort, der dort beerdigte Tiere wieder zurückbringt.

Tatsächlich kehrt der Kater wieder, allerdings nicht mehr so kuschelig, wie ihn die Familie kannte. Als Tochter Ellie später bei einem Unfall mit einem Tanklaster stirbt, kommt Vater Louis auf einen schrecklichen Gedanken. Was wäre, wenn er auch seine Tochter auf dem Indianerfriedhof vergraben würde?

Dieser neue „Friedhof der Kuscheltiere“ ist eine adäquate Adaption der Buchvorlage, in der Bilder, Musik und Soundeffekte eine unruhig machende Atmosphäre beschwören. Ob es nun unbedingt auch der Abänderung des Schlusses bedurfte, sei dahingestellt. Ein verstörender, fesselnder, gelungener Horrorfilm. Manchmal ist das Remake besser.

Horror USA 2019 101 min., von Kevin Kölsch und Dennis Widmyer, mit Jason Clarke, Amy Seimetz, John Lithgow.