Filmsatire

Die Space-Nazis versuchen wieder, die Welt zu erobern

In der Trash-Satire „Iron Sky“ versteckten sich die Nazis auf dem Mond. In der Fortsetzung haben sie sich unter der Erde eingenistet.

Will sich über die Erde hermachen: Wolfgang Kortzfleisch (Udo Kier)

Will sich über die Erde hermachen: Wolfgang Kortzfleisch (Udo Kier)

Foto: Splendid Film

Er ist wieder da. Schon wieder. Vor 20 Jahren erst hatte Adolf Hitler, unter dem Pseudonym Wolfgang Kortzfleisch (Udo Kier), ein weiteres Mal versucht, sich die Weltherrschaft anzueignen. Und wieder starb er nicht wirklich, sondern türmte aus seinem geheimen Unterschlupf auf der dunklen Seiten des Mondes in einen paradiesischen Garten im Erdinnern.

Hier wartet Kortzfleisch seither mit anderen angeblich Ausgestorbenen, einer Herde gefräßiger Dinosaurier, auf eine Gelegenheit zum nächsten Welteroberungsversuch. Die bietet sich, als ein kleines Team um die gutgläubige Wissenschaftlerin Obi Washington (Lara Rossi) vorbeigeflogen kommt, um das Innere der Erde als möglichen Zufluchtsort der letzten Reste der zivilen Menschheit auszukundschaften...

Wen diese Exposition von „Iron Sky: The Coming Race“ etwas in Verwirrung stürzt, hat wahrscheinlich vor sieben Jahren ihren Vorgänger verpasst. Damals war „Iron Sky“ der Film der Stunde. Mit allen Finessen der Social-Media-Kanäle finanziert und beworben, nährte der Low-Budget-Spaß einiger finnischer Filmenthusiasten die Hoffnung auf ein neues, wildes Genrekino, jenseits der großen Entertainmentkonzerne Hollywoods.

Effekte, Trash und Nonsens

Eine Bewegung ist daraus nicht erwachsen, wohl aber eine große Fanbase, die nun immerhin eine Fortsetzung von „Iron Sky“ mittels Crowdfunding ermöglicht hat. Das Team um Regisseur Timo Vuorensola lässt sich nicht lumpen und sorgt für noch gewaltigere Bilder, die mit diebischem Stolz auf ihre Inspirationsquellen von „Star Wars“ bis zu den seit fast 200 Jahren virulentem Verschwörungstheorien um die sozialdarwinistische Vril-Gesellschaft verweisen.

Auch wenn der trashige Charme des ersten Teils hier hin und wieder der kalkulierten Effekthascherei weicht und echte Spannung ein paar Mal zu oft dem reinen Nonsens geopfert wird, im Fach der der brachial-satirischen Space-Nazi-Komödie bleiben die „Iron Sky“-Filme eine Klasse für sich.

Sci-Fi FIN/D/B 2019 93 min., von Timo Vuorensola, mit Lara Rossi, Vladimir Burlakov, Udo Kier .