Neu im Kino

Klischee-Mütter ohne Tiefgang: „Frau Mutter Tier“

Bei diesem Film stehen die oft verkannten Probleme von Müttern endlich einmal im Vordergrund. Aber das allein reicht noch nicht aus.

Marie (Julia Jentsch) verliert im Bio-Supermarkt die Nerven.

Marie (Julia Jentsch) verliert im Bio-Supermarkt die Nerven.

Foto: Alpenrepublik

„Eine postnatale Anmeldung? Schwierig…“, muss sich Tine (sehr überzeugend: Kristin Suckow) bei der Kitaplatz-Suche abblitzen lassen. Auf dem Spielplatz diskutiert man derweil bei Dinkelkeksen über multilinguale Erziehung.

In „Frau Mutter Tier“ von Regisseurin Felicitas Darschin werden ohne viel Tiefe überspitzte Klischees des Mutter-Seins aneinandergereiht.

Drei Frauen im Dauerstress

Allround-Talent Alexandra Helmig ist Drehbuchautorin, Produzentin, spielt eine der Hauptrollen und hat einen Song für den Soundtrack geschrieben. Im Mittelpunkt stehen drei Frauen. Da ist Marie (Julia Jentsch), die damit zu kämpfen hat, dass ihre Mitmenschen Kindererziehung nicht als vollwertige Beschäftigung anerkennen.

Da ist Nela (Helmig), die Karriere machen will, aber immer nur gefragt wird, ob endlich das zweite Kind auf dem Weg sei. Und die junge Alleinerziehende Tine, vor der Männer Reißaus nehmen, sobald sie von ihrer Tochter erfahren. Im „Tatsächlich-Liebe“-Stil kreuzen sich die einzelnen Geschichten. Annette Frier ist in ihrer Nebenrolle als Biomarkt-Leiterin eher verschenkt.

Die oft verkannten Probleme von Müttern im Vordergrund zu sehen, ist schön und der Film ist als nette Abendunterhaltung durchaus solide. Doch die Umsetzung ist leider nicht immer glaubhaft.

Alles schaukelt sich wieder zurecht

Auch wenn die Figuren mal die Nerven verlieren und die Frisur nicht ganz sitzt, bekommen die in makellos dekorierten Wohnungen lebenden Frauen ihre Probleme mit Unterstützung ihrer Lieben ganz gut in den Griff.

So ist der teure Kitaplatz für Tine kein Problem mehr, sobald sie als Influencerin für Gesichtsmasken wirbt. Und Marie, die gerade noch kurz vor dem Burnout stand, schaukelt sich auf dem Spielplatz selig lächelnd von ihren Sorgen frei.