Die Schlange war weit über hundert Meter lang. Man könnte meinen, hier hätte ein Superstar auf der Bühne gestanden. Doch mitnichten. Am Freitag spielte Dota, die Band von Lokalmatadorin Dota Kehr. Der erste von zwei Konzertabenden im Festsaal Kreuzberg.
Im Mittelpunkt stand dabei das neue Album „Die Freiheit“, das Mitte des Monats erschienen ist. Und das offensichtlich von den meisten Zuschauern bereits zuhause rauf und runter gespielt wird. Denn viele konnten die taufrischen Songs schon mitsingen. Wie „Raketenstart“, die aktuelle Single. Dota nahm das Publikum dabei vom ersten Augenblick an mit. Es wurde getanzt, gehüpft und gesungen.
Obwohl total ausverkauft und proppenvoll, war die Stimmung im Festsaal Kreuzberg entspannt, teils richtig heiter. Etwas, das man von Konzerten so nicht kennt. Sogar ein paar Kinder flitzen herum und verstärkten das Familiengefühl noch, das sich schnell im Publikum breit machte. Dabei sang Dota mit ihrer klaren Stimme absolut keine seichten Lieder, sondern bezog politisch und gesellschaftlich Stellung. Gegen Umweltverschmutzung etwa, Sexismus oder Alltagsrassismus, wie in „Zwei im Bus“.
Verpackt zumeist in treibende Rhythmen, erwiessich Songwriterin Dota Kehr in ihren Liedern als exzellente Beobachterin. Mal erzählte sie in ihren inhaltsstarken Songs kleine Alltagsgeschichten, dann wieder packte sie aktuelle Themen an. War scharfzüngig und poetisch zugleich.
Während Dota selbst der Akustikgitarre treu blieb, spielte Jan Rohrbach dazu E-Gitarre und Bass. Mit Janis Görlich an den Drums sowie Patrick Reising am Keyboard gelangen wunderschöne, sehr heutige Melodien. Stilistisch festlegen lässt sich Dota nicht. Der Klang war überwiegend poppig. Es gab aber auch viele elektronische Elemente und jazzige Anleihen.
Die gebürtige Berlinerin Dota ist übrigens studierte Medizinerin, lebt jedoch ihren Traum als unabhängige Musikerin mit eigenem Plattenlabel. Mit Erfolg, wie die Fans jeden Alters an diesem Abend beweisen. Sie lieben die 39-Jährige als wäre sie ein Superstar.


