Kultur

Strauss’ Fledermaus in der Elisabeth-Kirche in Mitte

Felix-Maria Vogt mailt aktu an LokalesLeitung

Im Hochsommer haben die großen Opernhäuser Theaterferien, wer jetzt Musiktheater erleben möchte, ist auf freie Produktionen angewiesen. Zum Beispiel von der Berlin Opera Academy. In dieser internationalen Sommerakademie erarbeiten Nachwuchstalente aus aller Welt vier szenische Produktionen beliebter Opern und Operetten an ungewöhnlichen Orten. Am letzten Freitag wurde das Opernfestival der privaten Akademie mit Johann Strauss’ „Fledermaus“ eröffnet. Spielort war die St. Elisabeth-Kirche in Mitte, dabei war die Aufführung mit Klavierbegleitung so angelegt, dass der erste Akt in der neben der Kirche gelegenen Villa Elisabeth gegeben wurde, während Akteure und Pu­blikum für die Akte 2 und 3 in die Kirche umzogen. Grundsätzlich eine originelle Idee, allerdings war der Raum in der Villa so klein, dass viele Leute stehen mussten. Wer in der ersten Reihe saß, dem sangen die Darsteller direkt ins Ohr, anstelle eines Flügels gab es nur ein Klavier und keine Möglichkeit, das Licht zu gestalten. Unter diesen Umständen wäre es sinnvoller gewesen, die gesamte Operette in der Kirche aufzuführen.

Die musikalische Qualität jedoch war beachtlich. So sang Jessica Mock die Partie der Rosalinde mit schöner Stimmgebung und sicherer Intonation, und auch Kyu Choi überzeugte mit seinem raumfüllenden Bariton und seiner gelungenen Darstellung des Dr. Falke. Ebenfalls beeindruckend: Rozanna Madylus, als Prinz Orlofsky mit guter Bühnenpräsenz und goldenem Mezzo. Auch die Regie und vor allem die Choreografie in den Tanzszenen hatten ganze Arbeit geleistet. Nur das Orchester vermisste man – Strauss-Walzer auf dem Klavier erinnern eben immer etwas an Balletttraining.