Ausstellungen

Das sind die Museums-Highlights des Jahres in Berlin

Berlins Museen haben 2018 wieder viel zu bieten. Das sind die Ausstellungshöhepunkte 2018 in der Hauptstadt.

Das Berliner Kunst-und Museumsjahr bietet einiges in den nächsten Monaten, eingerahmt wird es vom Gallery Weekend Ende April und der Art Week mit der Messe Art Berlin im September. Im Sommer (ab 9.6.) steht die 10. Berlin Biennale an, die von Gabi Ngcobo kuratiert wird. Dazwischen gibt es diese Ausstellungs-Highlights:

„Wanderlust“ in der Alten Nationalgalerie

Wandern? Früher klang dieser Freizeitsport nach Wandertagen mit hart gekochten Eiern im Rucksack, Wanderliedern, Wanderführern und Wandernadeln. Doch das hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert, heute sieht man so manches Stadtgirl auf Südtiroler Trails durch die Natur ziehen. Wandern ist das neue Entschleunigen. Ganz im Sinne von Johann Wolfgang von Goethe, der schrieb: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen“. Eigentlich seit der Romantik eroberten Künstler die Natur zu Fuß, verlegten ihre Arbeit ins Freie.

Die Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel verschreibt sich im Mai ganz der reinen „Wanderlust“. Wer denkt dabei nicht sofort an Caspar David Friedrichs „Wanderer über dem Nebelmeer“. Diese Ikone – Sinnbild der Romantik – von 1817 kommt als Leihgabe aus der Hamburger Kunsthalle. Auf den Stock gestützt schaut der Mann in die Weite der im Nebel versinkenden dunklen Gipfel. Er hat einen eleganten Gehrock an, er passt nicht in die Gegend. Offenbar ein Städter, der über die Natur sinniert, über die Ewigkeit, die sich in dieser großartigen Landschaft offenbart.

Rund 100 Werke aus internationalen Sammlungen

Hier steht der in die Ferne blickende Mensch noch auf „Augenhöhe“ mit der Natur, in Karl Friedrich Schinkels „Felsentor“ von 1818 hingegen ist er zum Winzling geschrumpft in der übermächtigen Naturkulisse. Bei Anselm Feuerbach sind die „Zwei Damen in der Landschaft“ ganz eins mit der grünen Idylle – sie bietet Platz zur Erholung. Ein weites Panorama einer modernen Naturerfahrung.

Ein Gebot beim Wandern ist, im Einklang mit der Natur zu sein. Dieses Sichfortbewegen versinnbildlicht dabei die Lebensreise, eine gewisse Form der Weltaneignung und die Pilgerschaft. Genauso existiert aber auch das Bild des einsamen Wanderers, der sich verliert. Entsprechend wird die Ausstellung auch in verschiedene Kapitel gegliedert sein, darunter die „Künstlerwanderung“, „Lebensreise“ und „Entdeckung der Natur“.

In der Alten Nationalgalerie präsentiert man rund 100 Werke von Carl Blechen, Karl Friedrich Schinkel über Gustave Courbet bis hin zu Ferdinand Hodler, Auguste Renoir und Paul Gauguin. Die Werke zeigen, wie weitgespannt und wirkmächtig dieses Wandermotiv für die Kunst im gesamten 19. Jahrhundert war – und nicht nur in Deutschland, sondern ebenso in Frankreich, Norwegen, Russland und den USA. Die Exponate stammen aus der reichen Sammlung der Nationalgalerie und natürlich aus anderen internationalen Sammlungen.

Alte Nationalgalerie, Bodestr. 1–3, 10178 Berlin. Eröffnung: 10. Mai. Eintritt: 12 Euro.

Versace im Kronprinzenpalais

Ende Januar gibt es im Haus Unter den Linden eine Ausstellung mit vielen Sammlerstücken des verstorbenen italienischen Designers Gianni Versace. Zu den Exponaten gehören Unikate und Kreationen für Stars – darunter für Prince, Madonna und Elton John sowie für Models wie Claudia Schiffer und Naomi Campbell.

Kronprinzenpalais, Unter den Linden 3, 10117 Berlin. Eröffnung: 30. Januar. Eintritt: 14 Euro.

Max Beckmann in Potsdam

Das neue, äußerst erfolgreiche Museum Barbarini in Potsdam präsentiert mit Max Beckmanns „Welttheater“ seine vierte Ausstellung. Viele Gemälde des Künstlers zeigen die Welt des Theaters, Zirkus’ und Varietés. Er inszenierte das Bild als Bühne.

Museum Barbarini, Humboldtstraße 5-6, 14467 Potsdam. Eröffnung: 24. Februar. Eintritt: 14 Euro.

Museumsreifes „Sparen“ im Deutschen Historischen Museum

Dort geht es ab dem 23. März um „eine deutsche Tugend“: das Sparen. Anlass ist der 200. Jahrestag der Gründung der Berliner Sparkasse.

Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, 10117 Berlin. Eröffnung: 23. März. Eintritt: 8 Euro.

Britische Nachkriegsmoderne in der Berlinischen Galerie

Das Kreuzberger Ausstellungshaus stellt ab dem 9. Februar einen der „innovativsten und respektlosesten Künstler der britischen Nachkriegsmoderne“ vor: Eduardo Paolozzi (1924–2005), der die Pop Art prägte. Gezeigt werden seine experimentellen Phasen der 40er- bis 70er-Jahre.

Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124-128, 10969 Berlin. Eröffnung: 9. Februar. Eintritt: 10 Euro.

„Himmelsscheibe“ im Gropius-Bau

Im September gibt es dort die Archäologie-Ausstellung „Bewegte Zeiten“. Es geht um spektakuläre Neufunde und neue Perspektiven zu Altfunden. Unter den 3000 Fundobjekten ist auch die Himmelscheibe von Nebra. Sie geht zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder auf Reisen. Ebenfalls im September eröffnet auch die „Bestandsaufnahme Gurlitt“, die vom Kunstmuseum Bern und der Bundeskunsthalle Bonn ausgerichtet wird.

Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin. Eröffnung: 21. September.

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