Berlinale

Die Shooting Stars zwischen Feiern und Eigenwerbung

Der erste Schritt für die internationale Karriere. Die zehn Shooting Stars stellen sich der Presse vor. Für Deutschland mit dabei: Jella Haase.

Die belgische Schauspielerin Martha Canga Antonio (l-r), die kroatische Schauspielerin Tihana Lazovic, die französische Schauspielerin Lou De Laage, die griechische Schauspielerin Daphne Patakia, die italienische Schauspielerin Sara Serraiocco, die spanische Schauspielerin Maria Valverde und die deutsche Schauspielerin Jella Haase sind die European Shooting Stars 2016

Die belgische Schauspielerin Martha Canga Antonio (l-r), die kroatische Schauspielerin Tihana Lazovic, die französische Schauspielerin Lou De Laage, die griechische Schauspielerin Daphne Patakia, die italienische Schauspielerin Sara Serraiocco, die spanische Schauspielerin Maria Valverde und die deutsche Schauspielerin Jella Haase sind die European Shooting Stars 2016

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Zierlich stehen die weiblichen Shooting Stars der Berlinale auf hohen Hacken neben der Kaffebar in der Berlinale-Lounge im Kreis. Zwischen den dunkelhaarigen, kerzengerade stehenden Frauen wirkt die Deutsche Jella Haase mit ihrem orangefarbenen Strickpullover, der weiten roten Marlenehose und der leicht gebeugten Haltung fast deplatziert.

„Ich trenne die private und die berufliche Jella streng voneinander. Auch was meine Kleidung angeht“, erzählt sie. Dann tritt Martha Canga Antonio in den Kreis der Schauspielerinnen und die Runde wird bunter. Die Belgierin, deren Eltern aus Angola stammen, ist gerührt, als Shooting Star ausgewählt worden zu sein. Vor dem Film „Black“, einer in Brüssel spielenden, an Shakespeares „Romeo und Julia“ angelehnten Geschichte, hätte sie noch nie vor der Kamera gestanden, erzählt sie. Kacey Mottet Klein aus der Schweiz kann nicht von fehlender Kameraerfahrung sprechen. Mit zehn Jahren spielte er seine erste große Rolle in „Home“.

Kacey steht an der Kaffebar, nur einige Meter von den anderen Shooting Stars entfernt, und nippt an seinem Latte Macciato. Die Nacht war lang. Zusammen mit seinem Filmteam war er auf der Premiere seines Films „Quand on a 17 ans“, der im Wettbewerb lief. Tihana Lazović nickt, als er von der Feier erzählt. Auch ihr Film „On the Other Side“ feierte am Sonntagabend auf der Berlinale Premiere. „Ich bin sehr stolz, dass wir in unserem kleinen Land so tolle Filme machen können“, sagt die Kroatin. Das Glück, im eigenen Land arbeiten zu können, haben nicht alle Nachwuchsschauspieler. Atli Óskar Fjalarsson ist von Island nach Los Angeles gezogen, um bessere Chancen zu haben. Auch Daphné Patakia lebt nicht mehr in ihrer Heimat. Vor einigen Monaten ist sie nach Paris gezogen. „In Griechenland ist es gerade sehr schwer, Filme zu machen“, sagt sie.

Die zehn Shooting Stars haben ein langes Wochenende hinter sich. Treffen mit Castern, Journalisten, Partys. Am Montagabend stand dann das große Finale auf dem Programm: Die Ehrung im Berlinale Palast mit Gastgeber Daniel Brühl. Neben Schauspielern wie Daniel Craig und Rachel Weisz ist er ein ehemaliger Shooting Star, der heute international erfolgreich arbeitet. Ein Vorbild für die Jungschauspieler, die auf viele neue Projekte nach den Berlinale-Tagen hoffen.