Kultur

Gérard Depardieu und Spike Lee im Berlinale-Rennen

Spike Lee und Gérard Depardieu werden im Wettbewerb der Berlinale (11.–21. Februar) vertreten sein. Das gab das Festival am Mittwoch bekannt. Der streitbare Regisseur Lee, der gerade zum Oscarboykott aufgerufen hat, weil dieses Jahr erneut keine schwarzen Schauspieler nominiert wurden, stellt in Berlin sein neues Werk „Chi-raq“ mit Wesley Snipes, Angela Bassett und Samuel L. Jackson vor, eine moderne Version von Aristophanes’ „Lysistrate“ im Gangstermilieu von Chicago. Auch Schwergewicht Gérard Depardieu wird auf dem Festival erwartet: Dort läuft sein „Saint Amour“ von Benoît Delépine und Gustave Kervern, mit deren Film „Mammuth“ er auch schon vor fünf Jahren im Wettbewerb war. Beide Filme laufen außer Konkurrenz. Als einzige deutsche Produktion geht „24 Wochen“ von Anne Zohra Berrached ins Rennen, ein streitbares Drama mit Julia Jentsch und Bjarne Mädel, in dem das Recht auf Selbstbestimmung der Frau dem Recht des ungeborenen Kindes auf Leben gegenübergestellt wird.

Damit ist das Programm des Wettbewerbs komplett. Titel wie die Neuverfilmung von „Jeder stirbt für sich allein“ mit Emma Thompson und Daniel Brühl, „Kollektivet“ von Thomas Vinterberg und der Eröffnungsfilm „Hail, Caesar!“ mit George Clooney stehen bereits seit Längerem fest. Insgesamt laufen 23 Beiträge im Wettbewerb, 18 davon buhlen um den Goldenen und die Silbernen Bären. Am häufigsten sind in diesem Jahr die USA mit vier Filmen vertreten, gefolgt von Frankreich mit drei und Großbritannien mit zwei Beiträgen.

Ansonsten ist die Weltkarte so breit aufgefächert wie noch nie, weitere Produktionen kommen etwa aus Neuseeland („Mahana“ von Lee Tamahori), Tunesien („Hedi“ von Mohamed Ben Attia), Mexiko („Soy Nero“ von Rafi Pitts), aus dem Iran, Bosnien-Herzegowina und China. Der mit Abstand längste Beitrag stammt aus den Philippinen: „Hele Sa Hiwagang Hapis“ von Lav Diaz ist ganze acht Stunden lang. Da ist viel Sitzfleisch verlangt. Aber wie hieß schon früher ein Fassbinder-Titel so treffend? „Acht Stunden sind kein Tag.“