Kultur

Schriftstellerin Herta Müller erhält Hölderlin-Preis

Die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller wird mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis 2015 der Universität und Stadt Tübingen geehrt. Müller erhält den mit 10.000 Euro dotierten Preis für „ihre virtuose Sprachgenauigkeit, Unbestechlichkeit und ihr Gefühl für Fremdheitserfahrungen“, teilte die Eberhard-Karls-Universität Tübingen am Donnerstag mit. Diese Eigenschaften und die „zunehmende Intensitätssteigerung ihrer Lyrik“ verbinde Müller mit Hölderlin. Die Verleihung findet am 11. Dezember statt.

Herta Müller stammt aus einer Familie Banater Schwaben in Rumänien und studierte dort Germanistik und Rumänistik. Nachdem sie sich geweigert hatte, in der Ceausescu-Diktatur mit deren Geheimdienst Securitate zusammenzuarbeiten, wurde sie verfolgt. 1987 reiste sie nach Deutschland aus und war international wissenschaftlich tätig. Müller lebt in Berlin.

Das bedeutendste Werk, das ihre dunkle Erinnerung fortschrieb, ist der 2009 erschienene Roman „Atemschaukel“, im gleichen Jahr erhielt die Autorin den Literaturnobelpreis. Sie habe „mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit“ gezeichnet, hieß es in der Würdigung. Begründet wurde die Vergabe des Nobelpreises mit der Intensität der von ihr verfassten Literatur. Doch „Atemschaukel“ ist keine Lagerliteratur. Müller hat die Erfahrungen ihrer Mutter, die mehrere Jahre in sowjetischen Lagern verbrachte, verarbeitet, ebenso die des Lyrikers Oskar Pastior, dessen mündliche Erinnerungen sie in mehreren Heften notiert hatte.