Vor einem Jahr erst war ihr ein Oscar für ihr Lebenswerk verliehen worden. Maureen O’Hara war damals bereits 94 Jahre alt, sie musste im Rollstuhl auf die Bühne gerollt werden und ihre Dankesworte vom Blatt ablesen. Aber es war noch einmal ein letzter großer Auftritt für den Star aus Hollywoods größten Zeiten. Und auch so etwas wie ein Abschied. Am Sonnabend ist die gebürtige Irin im hohen Alter von 95 Jahren in ihrem Haus in Boise im US-Bundesstaat Ohio gestorben.
Flammend rote Haare und große grüne Augen: Das waren ihre Markenzeichen. Damit wurde sie zur „Königin von Technicolor“. Denn der aufkommende Farbfilm, er verlangte nach kräftigen, starken Farbtönen. Auch bei ihrer Oscar-Verleihung kam sie noch mit rotem Haar. Und dankte zwei Menschen, die ihre Karriere entscheidend geprägt haben. Erst Charles Laughton, der sie in England entdeckte und mit nach Hollywood nahm, wo sie an seiner Seite in „Der Glöckner von Notre Dame“ spielte. Und dann John Wayne, der „Duke“, mit dem sie insgesamt fünf Filme wie „Der Sieger“ drehte und der sie, als einzige Frau, einen Freund nannte.
Die rassige Schauspielerin war vor allem ein Star bunter Abenteuerfilme wie „Sindbad der Seefahrer“ oder „Gegen alle Flaggen“. In Mantel- und Degenfilmen konnte sie beachtlich mit dem Säbel umgehen, was ihr den zweiten Spitznamen „The Pirate Queen“ einbrachte. Sie bewährte sich auch in Western wie „Rio Bravo“ und drehte viel mit John Ford. Autarke, starke Frauen, das war ihr Gebiet. Betuliche Mütterrollen wie in „Mr. Hobbs macht Ferien“ lagen ihr weniger. 1971 zog sie sich vom Kino zurück – um dann zwei Jahrzehnte später noch ein Comeback zu feiern. Nun sei sie friedlich im Kreis ihrer Lieben verstorben, wie ihr Manager sagte. Dabei soll ihr Lieblingsfilm gelaufen sein: „Der Sieger“ – mit ihr und dem Duke.
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