Die Reihe kommt gut an beim Berliner Publikum. Es war gestern das dritte Mal, dass der Zoo Palast gemeinsam mit der Berliner Morgenpost „Hauptrolle Berlin“ präsentierten. Jeden ersten Dienstag im Monat wird ein genuiner Berlin-Film gezeigt, der nicht nur in der Stadt spielt, sondern auch etwas über sie erzählt. Und dazu werden prominente Gäste eingeladen. Auch am gestrigen Dienstag war das Kino 3 im Zoo Palast wieder voll, auch wenn es diesmal etwas schwieriger war, zum Saal zu gelangen, wurde hier doch gleichzeitig im Großen Saal auch die Premiere des Films „Er ist wieder da“ gefeiert (siehe auch Kritik Seite 15).

Regisseur Hannes Stöhr kam höchstselbst, um „Berlin Calling“ von 2008 vorzustellen. Eine Produktion, die längst Kult ist, ist es doch der Film zur Technohauptstadt Berlin, mit dem besonderen Reiz, dass Paul Kalkbrenner selbst die Rolle eines DJs in der Krise übernahm. Kalkbrenner konnte leider nicht selber vorbeikommen, Stöhr brachte dafür Rita Lengyel mit, die im Film die Partnerin von Kalkbrenner spielt und im wahren Leben mit dem Regisseur verheiratet ist. Beide erzählten, wie es war, mit dem Musiker Kalkbrenner zu arbeiten, der ja als Schauspieler ein absoluter Laie war, sich aber mit seiner ganzen Persona in den Film geworfen hat. Wie man im Partykiez Friedrichshain gedreht hat und vor allem in der Maria am Ostbahnhof, dem damals angesagtesten Technoclub der Stadt.

Einer freute sich an diesem Abend ganz besonders: der kleine Mann in der ersten Reihe, der, vier Lenze jung, das erste Mal im Kino sitzen durfte, um seine Mama auf der Leinwand zu erleben. Als Nächstes in der Reihe wird am 3. November Regisseur Leander Haußmann seine „Sonnenallee“ zeigen.

zdr