Kultur

Corinna Harfouch als Psychologin im ARD-Jugenddrama

Angst und Erschöpfung sind ihr in das blasse Gesicht geschrieben. Das Einzige, was in Annas Gesicht noch leuchtet, sind ihre Piercings. Die 14-jährige Obdachlose aus Duisburg (Anke Retzlaff, „Tatort – Borowski und der Himmel über Kiel“) ist schwer traumatisiert, körperlich und emotional verwahrlost und landet nach einem Selbstmordversuch in der Jugendpsychiatrie. Schafft es die einfühlsame Psychologin Geena (Corinna Harfouch), das Mädchen über die unsichtbare Grenze zurück in ein angstfreies Leben zu führen? Das preisgekrönte Jugenddrama „Puppe“ ist am heutigen Dienstag um 22.45 Uhr in der ARD in der Reihe „Debüt im Ersten“ zu sehen.

Regisseur Sebastian Kutzli hat eine Menge Drama und Elend in seinen Debütfilm hineingepackt: Drogenmissbrauch, Gewalt, Prostitution, verwahrloste Jugendliche. Annas Vorgeschichte wird in kurzen, düsteren Rückblenden skizziert. Die spannende Annäherung zwischen Anna und der Psychologin Gee­na in den Schweizer Bergen bleibt bruchstückhaft. Ein Plus von „Puppe“ sind die Darsteller: Grimme-Preisträgerin Corinna Harfouch spielt eine souveräne, besonnene Erzieherin, die allen Enttäuschungen zum Trotz an ihren Schützling glaubt. Beim Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern wurde „Puppe“ 2013 mit dem Kinder- und Jugendfilmpreis „Leo“ ausgezeichnet.