Kunstherbst

Eröffnung der Berlin Art Week verströmt Festivalgefühl

Unter dem Motto „Umsonst und Draußen“ wurde am Dienstagabend in der Auguststraße in Mitte die Berlin Art Week eröffnet. In den kommenden sechs Tagen finden mehr als 100 Ausstellungen statt.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Mit ihrer zweiten Ausgabe will die Berlin Art Week auch in diesem Jahr wieder Kunst für alle Hauptstädter und ihre Besucher bieten. Nach dem Motto „Umsonst und Draußen“ gab es deshalb zum Auftakt am Dienstagabend ein großes Open-Air-Fest in der Auguststraße in Mitte. Und das Konzept ging auf: Schon kurz nach der Eröffnung strömten Massen von jungen, stylischen Menschen durch die enge Straße und in die anliegenden Galerien, Shops und Restaurants – allesamt ausgestattet mit dem obligatorischen Merchandising-Hipsterbeutel, der bei der Berlin Art Week nach dem Vorbild von anderen angesagten Großveranstaltungen wie Berlinale und Fashion Week an die Besucher verteilt wurde. Elektronische Beats, Drinks aus Plastikbechern und die Rauchschwaden der Bratwurststände ließen sogar so etwas wie ein Festivalgefühl aufkommen.

Die Eröffnungsrede des Regierenden BürgermeistersKlaus Wowereit (SPD) ging dabei fast ein bisschen unter. Dieser gab den Startschuss zu sechs Tagen voller Kunst mit mehr als 100 Ausstellungen und Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet und wünschte der für Berlin so typischen Veranstaltung viel Erfolg. Auch gelte es, Berlin für Künstler attraktiv zu erhalten. „Wir müssen mit einer aktiven Stadtgestaltung dafür sorgen, dass Künstler nicht ihre Freiräume verlieren und dass ihre Arbeitsbedingungen erhalten bleiben“, sagte Wowereit.

Veranstalter rechnen mit Fachbesuchern und Kulturinteressierten

Gleichzeitig mit der Berlin Art Week eröffnete er das Kooperationsprojekt Painting Forever! der KW Institute for Contemporary Art gemeinsam mit der Berlinischen Galerie, der Deutsche Bank KunstHalle und der Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin. Auch Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz hatte sich bei der Feier zu Ehren der Kunst unter die Besucher gemischt. Ebenso wie Kunstsammler Peter Raue und Society-Lady Isa Gräfin von Hardenberg.

Im Vorfeld hatte außerdem das Gerücht die Runde, Regisseur, Maler und Fotograf David Lynch wolle Berlin anlässlich der Art Week einen Besuch abstatten. Neben einem Musik- und Performance-Programm der Live-Acts Egill Sæbjörnsson, Hush Hush und Unmap sowie DJane Acid Maria auf der Hauptbühne wurde am Dienstag auch in Clärchens Ballhaus und in der Pauly Bar in der ehemaligen jüdischen Mädchenschule gefeiert.

Die Berlin Art Week ist eine Gemeinschaftsveranstaltung zahlreicher Museen und Kunsteinrichtungen, darunter die Akademie der Künste, das C/O Berlin, das Museum Berggruen und der Hamburger Bahnhof und bietet ein breit gefächertes Programm. „Das bisherige Interesse im Vorfeld ist vielversprechend. Wir rechnen mit einem großen Besucherzuspruch, einerseits Fachbesucher und Sammler, die extra nach Berlin kommen, anderseits kunstinteressierte Berlinerinnen und Berliner“, sagte Moritz van Dülmen, der Geschäftsführer der veranstaltenden Kulturprojekte Berlin GmbH.