Unter großem Andrang hat die Leipziger Buchmesse am Donnerstagvormittag ihre Tore für die Besucher geöffnet. Auf dem Frühjahrstreffen der Buchbranche präsentieren sich mehr als 2000 Aussteller aus 43 Ländern. Sie zeigen über 100.000 Titel, darunter 20.000 Neuerscheinungen.
Mit Spannung wird am Nachmittag die Vergabe der Preise der Leipziger Buchmesse erwartet. In der Kategorie Belletristik sind die Autoren Ralph Dohrmann, Lisa Kränzler, Birk Meinhardt, David Wagner und Anna Weidenholzer nominiert. Außerdem gibt es Auszeichnungen in den Kategorien Sachbuch/Essayistik und Übersetzung.
Zu Lesungen und Gesprächen kommen zahlreiche Autoren, Promis und Politiker auf die Buchmesse. Angekündigt sind unter anderen die Schriftsteller Amos Oz und Erich Loest, die Schauspieler Heiner Lauterbach und Andrea Sawatzki sowie die „Supernanny“ Katharina Saalfrank. Bis zum Sonntag werden auf der Buchmesse und beim Lesefestival „Leipzig liest“ rund 160.000 Besucher erwartet.
Klaus-Michael Bogdal erhielt den Preis zur Europäischen Verständigung
Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels blickt optimistisch auf das Jahr. 2013 habe mit einem Umsatzplus von 1,7 Prozent „nahezu glänzend“ begonnen, hatte Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis erklärt. Eine bundesweite Kampagne „Vorsicht Buch!“ soll die Lust aufs Lesen weiter anstacheln.
Am Mittwochabend wurde die Buchmesse mit einem Festakt im Leipziger Gewandhaus feierlich eröffnet. Der Vorsteher des Börsenvereins, Gottfried Honnefelder, warnte in seiner Eröffnungsrede vor einer „Monopolisierung der Buchkultur“ durch einen großen Online-Händler. „Sicher hat mancher stationäre Buchhändler Nachholbedarf beim Thema Recherche, Kundenfreundlichkeit und Angebot“, sagte er laut Redemanuskript. Aber wer sich sehenden Auges in die Hände von Monopolisten begebe, müsse damit rechnen, dass Unabhängigkeit, Individualität und Vielfalt litten.
Während des Festaktes wurde der Bielefelder Literaturwissenschaftler Klaus-Michael Bogdal mit dem Preis zur Europäischen Verständigung geehrt. Er erhielt die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung für sein Werk „Europa erfindet die Zigeuner. Eine Geschichte von Faszination und Verachtung“, in dem er die seit Jahrhunderten andauernde Verfolgung und Ausgrenzung der Romavölker in Europa untersucht.
BM/dpa


