Clara Schumann

Ein Doodle von Google für Clara Schumann

Die berühmte Leipziger Pianistin Clara Schumann wäre am Donnerstag 193 Jahre alt geworden. Google widmete ihr ein eigenes Logo.

Foto: dpa

Sie war eine begnadete Pianistin, Frau des Komponisten Robert Schumann und hatte wahrscheinlich eine Affäre mit Johannes Brahms. Clara Schumann (1819-1896) war im prüden 19. Jahrhundert eine verblüffend emanzipierte Frau.

Ihre Kindheit muss mit einem strengen Vater allerdings schwierig gewesen sein. Clara Schumann lernte erst mit vier Jahren sprechen. Bereits mit fünf bekam sie intensiven Klavierunterricht und bereit mit neun Jahren trat sie das erste Mal öffentlich auf. Das Wunderkind spielte vor Goethe, lerne Niccolò Paganini und den legendären Komponisten und Pianisten Franz Liszt kennen. Daneben komponierte sie bereits im Alter von zehn Jahren, kleine Stücke, aber auch ein ganzes Klavierkonzert.

Ihren späteren Mann Robert Schumann lernte sie bereits mit elf Jahren kennen. Und sie himmelte ihn an. Als sie 16 war kam der erste Kuss. Der strenge Vater von Clara wollte sie jedoch nicht mit dem armen Schumann verheiratet sehen. Der mittellose junge Mann ohne Beruf passte ihm nicht. Er schickte Clara auf Konzerttourneen, um jeden Kontakt zu unterbinden. Angeblich bekam sie nicht mal Tinte, damit sie keine Briefe an Robert Schumann schreiben konnte.

Doch Robert und Clara waren nicht zu trennen. 1839 klagten sie gegen Claras Vater. Er solle entweder der Ehe zustimmen oder das Amt solle seine Zustimmung erteilen. Knapp ein Jahr später kam die Erlaubnis seitens des Gerichts, und 1840 heirateten die beiden, um danach im heutigen Schumann-Haus in Leipzig zu leben. Man traf Felix Mendelssohn-Bartholdy, Hans Christian Andersen und erneut Franz Liszt.

Doch auch ihr Mann Robert Schumann führte ein strenges Regiment. Er bat sie, weniger Klavier zu üben, weil er sich sonst nicht auf das Komponieren konzentrieren konnte. Zudem waren Tourneen gestrichen, Robert wollte Clara für sich. Sie gebar acht Kinder: Marie (1841–1929), Elise (1843–1928), Julie (1845–1872), Emil (1846–1847), Ludwig (1848–1899), Ferdinand (1849–1891), Eugenie (1851–1938) und Felix Schumann (1854–1879).

Zudem machte sie sich wieder auf Konzertreisen - auch um das Einkommen aufzubessern, denn Robert Schumann verdiente kam genug, um die Familie ernähren zu können.

1850 siedelte die Familie nach Düsseldorf über, wo Robert Schumann Städtischer Musikdirektor wurde. Doch es folgten schwere Jahre: 1854 wurde Robert Schumann immer kranker. Er hatte sich in jungen Jahren eine Syphilis zugezogen und litte nun an Wahnvorstellungen. Er stürzte sich von einer Brücke in den Rhein, um sich zu töten, konnte aber gerettet werden und wurde in eine NErvenheilanstalt eingeliefert.

Clara Schumann floh mit den Kindern zu einer Freundin. Es folgte eine der geheimnisumwittertsten Liebesaffären der Geschichte. Offenbar hatte Clara Schumann mit Johannes Brahms eine Beziehung. Beide schrieben sich Briefe, die sie später größtenteils vernichteten. Nur ein paar Fragmente von Brahms Briefen lassen vermuten, dass die beiden liiert waren.

1863 zog Clara Schumanan nach Baden-Baden um. Sie unternahm weiter zahlreiche und erfolgreiche Konzertreisen quer durch Deutschland und Europa. Bis zu ihrem Tod blieb sie eine gefeierte Konzertpianistin. Ihr letztes Konzert gab sie am 12. März 1891 im Alter von 71 Jahren. Fünf Jahre später erlitt sie einen Schlaganfall und starb. Sie wurde in Bonn auf dem Alten Friedhof neben ihrem Mann beigesetzt.

Ihr Gesicht kannte übrigens einst jeder Deutsche: Es zierte den 100-Mark-Schein.