Seefestspiele

„Carmen“-Premiere am Berliner Wannsee ausverkauft

Mit der Oper „Carmen“ und rund 3200 Zuschauern haben am Wannsee die zweiten und zugleich letzten Berliner Seefestspiele begonnen.

Foto: DAPD

Ausgerechnet am Premierenabend hingen dicke Regenwolken über dem Wannsee. Dabei hatte Regisseur und Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff („Die Blechtrommel“), der am Donnerstag die Premiere seiner „Carmen“-Inszenierung feierte, ausdrücklich Sonnenschein bestellt. Doch die zahlreichen Gäste, darunter Verleger Florian Langenscheidt mit Frau Miriam, Isa Gräfin von Hardenberg, Sänger Klaus Hoffmann, Moderator Ulrich Meyer mit seiner Frau Georgia Tornow und Entertainerin Dagmar Frederic mit ihrem Mann Klaus Lenk ließen sich von ein paar Tropfen die gute Laune nicht verderben.

„Wir sind optimistisch, dass der Regen noch aufhört“, sagte Frederic. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle kam mit seinem Partner Michael Mronz zur Premiere. „Ich bin ein großer Freund der Oper und ein Fan von Schlöndorff“, sagte Westerwelle.

Auf besondere Einladung des Regisseurs war auch Hollywoodstar John Malkovich gekommen. Der US-Schauspieler ist lange mit Schlöndorff befreundet. Sie drehten gemeinsam die Filme „Tod eines Handlungsreisenden“ und „Der Unhold“. „Ich wollte seine Inszenierung unbedingt sehen“, sagte Malkovich. Auch Autorin Alice Schwarzer ist mit Volker Schlöndorff befreundet. „Ich freue mich auf das tolle Kulisse und habe extra einen Carmen-Rock angezogen“, sagte sie. Viele Gäste bedauerten den Weggang der Seefestspiele. Vor der Premiere war bekannt geworden, dass die Spiele in diesem Jahr zum letzten Mal am Wannsee stattfinden werden. Die Stuhlreihen waren äußerst gut gefüllt, und pünktlich um 19.30 Uhr hörte auch der Regen auf.

So konnten die rund 3200 Besucher Julia Rutigliano als temperamentvolle Carmen genießen. Das Bühnenbild am historischen Strandbad bildete ein riesengroßer Fächer.

Im kommenden Jahr werden die erst 2011 initiierten Seefestspiele nicht mehr in Berlin stattfinden. Wegen eines heftigen Streits mit dem Senat über Umweltauflagen am Wannsee-Ufer will Konzertveranstalter Peter Schwenkow das Spektakel künftig anderswo aufführen.

„Carmen“-Regisseur Volker Schlöndorff zeigte sich verärgert über den Zank. „Das ist eine Katastrophe“, sagte Schlöndorff. Berlin sei ja bekannt für „Schildbürgerstreiche“. Der Streit um ein paar Meter Bühnenfläche mehr oder weniger setze dem Debakel um den neuen Hauptstadtflughafen „aber noch die Krone auf“, meinte der Regisseur. Er hoffe, dass sich der Senat vielleicht noch umstimmen lasse, damit die Berliner Seefestspiele dauerhaft im Kulturkalender etabliert werden könnten. 2011 waren zu den Vorführungen der „Zauberflöte“ unter Regie von Katharina Thalbach über 40.000 Besucher an den Wannsee gekommen. Für die Oper „Carmen“ wurden nach Angaben der Veranstalter bislang rund 28.000 Karten verkauft. Bis zum 2. September soll es insgesamt zwölf Aufführungen des Opern-Klassikers geben.