Suizid

„Anna“ Silvia Seidel tot in Wohnung gefunden

Millionen TV-Zuschauer kennen sie aus der 80er-Jahre-Serie „Anna“. Jetzt ist Silvia Seidel gestorben. Sie wurde nur 42 Jahre alt.

Die Schauspielerin Silvia Seidel ist tot. Die 42-Jährige wurde laut einem Bericht der Münchner Zeitung „tz“ bereits in der vergangenen Woche tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Der Zeitung zufolge lag ein Abschiedsbrief in der Küche neben der Toten, weshalb die Ermittler offenbar von einem Suizid ausgingen. „Es gibt keine Anhaltspunkte auf ein Fremdverschulden“, sagte Peter Preuß, Sprecher der Staatsanwaltschaft München I, im Gespräch mit der „tz“.

Bekannt wurde Seidel 1987 im Alter von 18 Jahren durch die ZDF-Weihnachtsserie „Anna“, in der sie eine Ballerina spielte. 1988 wurde die Schauspielerin, die selbst Ballett tanzte, dafür mit einem Bambi ausgezeichnet. Zuvor hatte sie bereits 1987 die „Goldene Kamera“ erhalten. Dabei war Seidel zuletzt in einem ihrer seltenen Interviews durchaus kritisch mit der Rolle, die sie berühmt gemacht hatte, ins Gericht gegangen. „Ich wollte nur noch weg aus Deutschland“, sagte sie der „Freizeit Revue“. „Ich konnte nicht mehr über die Straße gehen, ohne angesprochen zu werden, ich war nicht mehr Silvia sondern Anna.“

Ihren ersten kleinen Filmauftritt hatte die gebürtige Münchnerin in der Verfilmung von Michael Endes „Die unendliche Geschichte“. Später spielte Seidel überwiegend kleinere Fernsehrollen, etwa in der Krimi-Serie „Soko 5113“, „Um Himmels Willen“ oder den „Rosenheim Cops“. Sie war auch am Theater. So spielte sie etwa im Boulevard an der Seite von Sigmar Solbach in der „Romantischen Komödie“ oder mit Tanja Schumann in der Komödie „Nie wieder arbeiten“. Als freie Schauspielerin hatte sie es zuletzt offenbar nicht leicht, wie sie selbst sagte: „Es ist schwer, davon zu leben.“

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