Abenteuerfilm

Wo tropische Tiere Menschen zum Fressen gern haben

In der Jules-Verne-Adaption "Die Reise zur geheimnisvollen Insel" landet eine kleine Gruppe auf einem Eiland – und trifft dort auf Riesenbienen und Zitteraale.

Als vor drei Jahren Eric Brevigs sehr freie Jules Verne-Adaption „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ in die deutschen Kinos kam, stand das digitale 3D-Kino noch am Anfang. Zuvor hatten sich nur Dokumentationen dieser neuen Technik bedient. Brevig hatte somit die undankbare Aufgabe, eine Art Visitenkarte für Hollywoods neueste Attraktion zu drehen. Genau das war sein Film auch. Eine Achterbahn-Sequenz jagte die nächste, und ständig flog etwas auf das Publikum im Kinosaal zu.

Mittlerweile gehören 3D-Filme zum Kinoalltag. Die Aufregung hat sich gelegt; davon profitiert Brad Peyton mit seinem Sequel „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“. Von den Figuren der ersten „Reise“ sind nur Sean und seine Mutter Liz, die inzwischen den ehemaligen Navy-Soldaten Hank geheiratet hat, dabei.

Auf der Suche nach dem Großvater

Peyton geht auch nicht weiter auf die Geschehnisse aus Brevigs Verne-Variation ein, so dass es keine Rolle spielt, ob man den ersten Film gesehen hat oder nicht. Der erneut von Josh Hutcherson gespielte Sean weiß definitiv, dass die Romane Jules Vernes keine Fiktion sind, sondern reale Orte und Ereignisse schildern.

Nachdem Hank ( Dwayne Johnson ) eine an Sean gerichtete Funknachricht entschlüsselt hat, ist der sich sicher, dass sich sein Großvater Alexander ( Michael Caine ) auf dem Eiland befindet, das Verne in „Die geheimnisvolle Insel“ beschrieben hat.

Nach anfänglichem Zögern erklärt sich sein Stiefvater bereit, mit ihm zusammen nach Palau im Südpazifik zu fliegen, um von dort aus nach Alexander zu suchen. In Begleitung des Hubschrauber-Piloten Gabato (Luis Guzmán) und seiner Tochter und Assistentin Kailani ( Vanessa Hudgens ) landen sie auf dieser auf keiner Karte verzeichneten Insel.

3D ist eine Selbstverständlichkeit

Brad Peyton ist der Achterbahn-Dramaturgie Eric Brevigs treu geblieben. Erneut gerät Sean von einer abenteuerlichen Situation in andere. Trotzdem wirkt diese „Reise“ nicht so atemlos und auf Effekte hin kalkuliert wie ihr Vorgänger. Peyton bedient sich der 3D-Technik mit angenehmer Selbstverständlichkeit.

In einer berauschenden Sequenz besteigen Sean und die anderen riesige Bienen und fliegen auf ihnen durch die Luft. Dabei werden sie von überdimensionalen tropischen Vögeln gejagt. Die spektakulären Aufnahmen dieser Verfolgungsjagd entpuppen sich als wahrer Höhenflug der Phantasie. In Momenten wie diesen versprüht „Die Reise zur geheimnisvollen Insel“ eine kindliche Lust an den unbegrenzten Möglichkeiten digitaler Technik.

Dass dieses überbordende Abenteuer trotzdem nie seine Bodenhaftung verliert, verdankt es Dwayne Johnson. Einen Stiefvater wie Hank hat man im Kino kaum je gesehen. Er hat nicht nur Verständnis für Seans Eskapaden, sondern tut alles für ihn. Dabei kann Johnson neben seinen Action-Talenten seine komödiantische Seite eindrucksvoll unter Beweis stellen.