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Eva Habermann hat schon viele schöne Kerle geküsst

Die deutsche Schauspielerin Eva Habermann sieht man oft in seichten Fernseh-Liebesfilmen, doch das hat auch gewisse Vorteile, findet sie 35-Jährige.

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Eva Habermann, Typ: blonde Versuchung, ist so etwas wie die Geheimwaffe des deutschen Fernsehens, eine der meistbeschäftigten deutschen Schauspielerinnen. Sie ist für den "Tatort" ebenso gefragt wie kürzlich wieder in der Rosamunde-Pilcher-Verfilmung "Englischer Wein". Auch als Covergirl für Männerzeitschriften macht die 35-Jährige eine blendende Figur.

Eva Habermann, gebürtige Hamburgerin, lebt seit wenigen Wochen in München. Sie ist der Liebe wegen von der Alster an die Isar gezogen. Ihr Adam heißt Ludwig Hacker, er ist 27 Jahre jung und arbeitet am Theater. Für uns nahm sie sich Zeit für ein Gespräch.

Morgenpost Online: Frau Habermann, erst neulich habe ich Sie in dem Rosamunde-Pilcher-Film "Englischer Wein" gesehen. Haben Sie eigentlich eine Erklärung für den fast schon unheimlichen Publikumserfolg der Pilcher-Reihe?

Eva Habermann: Also, es gibt ja Pilcher-Hasser und Pilcher-Fans. Es sind meistens die Männer, die Pilcher eher hassen und sagen, boah, ist das langweilig, ist das eine Schnulze! Frauen dagegen können davon nicht genug kriegen.

Morgenpost Online: Warum sperren sich die Männer?

Habermann: Das hat vielleicht damit zu tun, dass Männer emotional weniger aufgeschlossen sind als Frauen, und sie fühlen sich dadurch massiv bedroht.

Morgenpost Online: Inwiefern?

Habermann: Ihnen wird da im Fernsehen eine romantische Liebe vorgelebt und dann sagt anschließend ihre Frau zu ihnen: "Warum bist du nicht so? Warum kannst du nicht mal wieder zu mir so sein wie dieser Mann im Film, der im letzten Moment mit dem Pferd in die Kirche geritten kommt, den Pastor über den Haufen reitet und sich die Frau holt, die er liebt? Warum spüre ich das nicht bei dir?" Männer mögen es nicht, wenn sie so was vorgehalten bekommen. Also gehen sie den Filmen am liebsten gleich ganz aus dem Weg.

Morgenpost Online: Sind diese seichten Filme und Fernsehserien, in denen Sie überwiegend zu sehen sind, nicht eher ein Manko für Ihre Karriere?

Habermann: Wenn ich mir heutzutage das Fernsehen anschaue, ist es größtenteils eher seicht, und man hat als Schauspieler schon ausgesprochen Glück, wenn man mal in richtig tollen, tiefgründigen Filmen, Kino- oder Fernsehfilmen mitspielen kann. Als Schauspielerin schließt sich ja für mich deswegen ein Ausflug ins Theater nicht aus. Ich finde es verkehrt, wenn man nicht dazu steht, was man macht. Außerdem: Genrefilme à la Pilcher sind immer die schönsten Drehs, weil man in andere Länder reist, man lernt schöne Orte kennen, man kann immer herrlich romantische Liebesgeschichten spielen und meistens darf man auch noch schöne Männer küssen.

Morgenpost Online: Sie sind der Liebe wegen nach München gezogen, nicht?

Habermann: Ich habe aber in Hamburg immer noch eine Wohnung und meine Eltern wohnen auch dort. Ich mag die Hamburger sehr gerne, in Bayern ist für mich vieles komplett anders. Aber ich brauche beides zum Leben.

Morgenpost Online: Können Sie als Hamburgerin die echten Bayern überhaupt verstehen?

Habermann: Meine Eltern kommen aus Bayern. Meine Mutter aus München, mein Papa aus Unterfranken, aus einem ganz kleinen Dorf in der Nähe von Würzburg, deswegen ist mir der bayerische Ton schon bekannt und ich versteh auch alles. Was ich hier in Bayern liebe, ist, dass man eben mal so in die Berge fahren kann. Jetzt hat ja auch die Skisaison begonnen. Außerdem ist man im Handumdrehen in Italien. Mir liegt auch die bayerische Lebensart. Die Menschen kommen hier im Allgemeinen ein bisschen schneller aus sich heraus als die unterkühlten Hamburger. Das mag ich.

Morgenpost Online: Eigentlich hätte Ihr Freund doch auch nach Hamburg ziehen können?

Habermann: Ludwigs Vater ist vor zwei Monaten an Krebs gestorben. Die letzten Lebensmonate wollte er in seiner Nähe sein. Da hat das mit der Arbeitsstelle in München gut gepasst, weil man von da aus schnell in Ingolstadt ist, wo seine Eltern leben.

Morgenpost Online: Wie geht es Ihnen jetzt?

Habermann: Wir waren gerade auf Bali und haben dort zu zweit, nur für uns, Urlaub gemacht. Das war wirklich sehr schön, es hat uns gut getan, das Grau der Umstände und auch der Jahreszeit mal hinter uns zu lassen.

Morgenpost Online: Hatten Sie gar keine Angst? Erst Mitte Oktober erschütterte doch ein schweres Erdbeben Bali.

Habermann: Nein, Angst hatte ich nicht. Es kann einem ja immer überall irgendwas passieren, aber ich hatte bisher in meinem Leben sehr viel Glück. Mir sind noch sehr wenig unangenehme Sachen passiert. Das stärkste Erdbeben, was ich bisher erlebt habe, war übrigens in Köln, tatsächlich in Köln! Ich habe nachts im Bett geschlafen und dann hat auf einmal mein ganzer Schrank mit den Kleiderbügeln drinnen gewackelt. Hin und her. Ich bin kein furchtsamer Mensch.

Morgenpost Online: Den Eindruck machen Sie auch nicht. Aber haben Sie auch keine Angst vor dem Älterwerden? Schönheit ist bekanntlich vergänglich und wichtig in Ihrem Beruf.

Habermann: Ich mache mir da keine Gedanken. Ich habe gelernt, dass man nicht immer nach rechts und links schauen sollte. Wer ist besser, wer ist schlechter, wer ist hübscher, wer ist hässlicher, wer ist jünger? Man ist so, wie man ist. Und man sollte daraus das Beste machen.

Morgenpost Online: Wo stellen Sie sich Ihren Altersruhesitz vor? München oder Hamburg?

Habermann: Weder noch. Ich wäre gern dann in der Toskana auf einem Bauernhof.

Morgenpost Online: Träumen Sie von einer Familie?

Habermann: Ich möchte auf jeden Fall Kinder haben, meine Schwester hat drei und die sind so was von süß und ich bin sehr gerne Tante. Ich habe noch Zeit, aber bald kann ich das wohl nicht mehr sagen.

Morgenpost Online: Haben Sie eine Lebensphilosophie?

Habermann: Du musst wie ein Baum sein, halt frei die Äste in den Himmel und sei doch fest in der Erde verankert. Die Verankerung fehlt mir immer ein bisschen. Ich lebe sehr gerne frei, möchte ganz viel erleben und das in vollen Zügen genießen.

Morgenpost Online: Für alle, die noch ein bisschen mehr über Sie wissen wollen: Sind Sie so lieb und ergänzen folgende Sätze? Sauer werde ich, wenn...

Habermann: …ich nicht meinen Willen bekomme, wenn etwas nicht klappt, was ich mir vorgestellt habe. Das kann ich wirklich gar nicht ab.

Morgenpost Online: Laster habe ich keine, außer...

Habermann: …dass ich jähzornig bin.

Morgenpost Online: Das Wichtigste in meinem Leben ist...

Habermann: ...mein Freund, meine Familie und meine Freunde.

Morgenpost Online: Zuletzt geweint habe ich…

Habermann: …bei der Beerdigung von Ludwigs Vater.

Morgenpost Online: Glück ist für mich...

Habermann: ...wenn mein Terminkalender voll gestopft ist mit Terminen und ich keine Zeit habe zum Nachdenken.

Morgenpost Online: Was ich überhaupt nicht ausstehen kann ist, wenn...

Habermann: ...ich abgelehnt werde.

Morgenpost Online: Am meisten Angst habe ich vor...

Habermann: ...Einsamkeit. Ich mag nicht allein sein, und das Schlimmste wäre für mich als Strafe, wenn man mich auf eine einsame Insel setzen würde.

Morgenpost Online: Was ich gar nicht an mir mag ist...

Habermann: ...meine Launenhaftigkeit.

Morgenpost Online: Was ich besonders an mir schätze ist...

Habermann: Mein Optimismus. Mit mir kann man immer eine Menge erleben. Meine Freundin Tina, eine meiner besten Freundinnen, die in München lebt, sagt, es sei immer lustig mit mir, aber immer ein bisschen chaotisch.

Morgenpost Online: Liebe ist für mich...

Habermann: …wenn ich im Arm meines Freundes liege und nirgends anders auf der Welt sein möchte als dort.