Abschied

Das waren die Toten des Jahres 2011

Leinwandidole und Polit-Stars, geniale Unternehmer und große Künstler verließen uns. Und zwei Terror-Unternehmer starben einen branchenüblichen Tod.

03.01. Eva Strittmatter (80): Die deutsche Lyrikerin, u.a. „Ich mach ein Lied aus Stille“ (1973), schrieb auch Prosa für Erwachsene und Kinder. Themen waren Natur, Gefühle und menschliche Haltungen.

08.01. Jiri Dienstbier (73): Der frühere tschechische Dissident war Mitbegründer des Bürgerforums, das 1989 in der Tschechoslowakei die Macht von den Kommunisten übernahm. Danach wurde er Außenminister.

13.01. Hellmut Lange (87): Der deutsche Fernsehschauspieler, ein bekanntes Gesicht der 1960/70er Jahre, spielte u.a. in der Persiflage „Serenade für zwei Spione“ und im ZDF-Vierteiler „Lederstrumpf“.

24.01. Bernd Eichinger (61): Der deutsche Produzent zählte zu den internationalen Größen im Filmgeschäft. Zu seinen rund 70 Filmen gehören Oscar-prämierte Streifen wie „Der Untergang“ und „Nirgendwo in Afrika“.

03.02. Maria Schneider (58): Die französische Schauspielerin wurde 1972 mit dem freizügigen Kultfilm „Der letzte Tango in Paris“ an der Seite von Marlon Brando weltberühmt.

12.02. Peter Alexander (84): Der österreichische Sänger , Schauspieler und Showmaster prägte die deutschsprachige Unterhaltung seit den 1950er Jahren. Größte Hits waren u.a. Filme wie „Im weißen Rössl“, „Charley’s Tante“ oder das Lied „Die kleine Kneipe“.

19.02. Bernhard Luginbühl (82): Der Bildhauer zählte mit seinen über 1500 Skulpturen zu den bedeutendsten Schweizer Künstlern der Gegenwart. Populär machten ihn spektakuläre Verbrennungsaktionen.

28.02. Annie Girardot (79): Die Schauspielerin galt als eine der Großen des französischen Films. Zu ihren Erfolgen zählten „Rocco und seine Brüder“ (1960) und „Aus Liebe sterben“ (1970).

28.02. Jane Russell (89): Der amerikanische Leinwandstar der 1940er und 1950er Jahre feierte seinen größten Erfolg an der Seite von Marilyn Monroe in „Blondinen bevorzugt“ (1953).

12.03. Günter Amendt (71): Der deutsche Sozialwissenschaftler war als „Sex Front“-Autor und Drogenexperte bekannt. Er wurde Opfer eines Verkehrsunfalls.

18.03. Wolfgang Spier (90): Der Schauspieler, Regisseur und Synchronsprecher galt als „König des Boulevard“. Ein Erfolg war auch seine Comedyserie „Ein verrücktes Paar“ mit Grit Böttcher und Harald Juhnke.

18.03. Warren Christopher (85): Als Außenminister (1993-1997) unter US-Präsident Bill Clinton verlieh er vor allem der Nahostdiplomatie seine Handschrift. Auch an der Expansion der Nato wirkte er mit.

23.03. Elizabeth Taylor (79): Die amerikanische Leinwand-Ikone war eine der letzten Diven des alten Hollywood. Zu ihren bekanntesten Filmen gehören „Die Katze auf dem heißen Blechdach“, „Kleopatra“ und „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“. Sie war achtmal verheiratet, davon zweimal mit Richard Burton.

04.04. Witta Pohl (73): Die deutsche Schauspielerin wurde vor allem durch die Fernsehserie „Diese Drombuschs“ und ihren jahrzehntelangen Einsatz für Kinder in Not bekannt.

09.04. Sidney Lumet (86): Zu den Meisterwerken des US-Regisseurs zählen „Hundstage“ (1975), „Network“ (1976) und „Nacht über Manhattan“ (1997). Er drehte mit Marlon Brando, Katherine Hepburn, Al Pacino und Sean Connery.

02.05. Osama bin Laden (54): Der saudi-arabische Terrorist war Chef der islamistischen Al-Qaida. Er wurde für die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA und viele andere Terrorakte verantwortlich gemacht. Ein US-Spezialkommando erschoss ihn in Pakistan.

07.05. Gunter Sachs (78): Der schwerreiche Erbe eines deutschen Unternehmens machte sich in Europa einen Namen als Fotograf, Kunstsammler und Playboy. Er beging aus Furcht vor Alzheimer Suizid.

07.06. Jorge Semprún (87): Der Schriftsteller und Überlebende des KZ-Buchenwald galt als einer der bedeutendsten Intellektuellen Spaniens. Von 1988 bis 1991 war er Kultusminister.

10.06. Bernhard Heisig (86): Der Maler und Kunstprofessor galt als einer der wichtigsten Vertreter der DDR-Kunst. Er war einer der Mitbegründer der „Leipziger Schule“.

14.06. Peter Schamoni (77): Der mehrfach ausgezeichnete Filmproduzent und Regisseur war einer der Vorreiter des Neuen Deutschen Films. Sein international größter Erfolg wurde „Hundertwassers Regentag“ (1972).

18.06. Jelena Bonner (88): Die frühere sowjetische Dissidentin und spätere russische Bürgerrechtlerin war die Ehefrau des Friedensnobelpreisträgers Andrej Sacharow.

23.06. Peter Falk (83): Der US-Schauspieler wurde mit der Rolle des schusseligen Inspektor Columbo weltberühmt. Sie machte ihn zum ungekrönten König der TV-Detektive.

30.06. Kardinal Georg Sterzinsky (75): Der frühere Erzbischof von Berlin wurde 1989 in der noch geteilten Stadt zum Bischof berufen. 2011 dankte er aus Krankheitsgründen ab.

04.07. Otto von Habsburg (98): Der älteste Sohn des letzten regierenden Kaisers von Österreich und Königs von Ungarn saß von 1979 bis 1999 für die CSU im Europäischen Parlament.

05.07. Cy Twombly (83): Der Maler und Bildhauer zählte zu den einflussreichsten Expressionisten der US-amerikanischen Gegenwart.

08.07. Betty Ford (93): Die Witwe des früheren US-Präsidenten Gerald Ford machte ihre Alkohol- und Tablettensucht zum öffentlichen Thema. Sie trat für Drogenkranke und deren verbesserte Heilung ein.

10.07. Roland Petit (87): Zu den bekanntesten Schöpfungen des französischen Tänzers und Choreographen zählt das Ballett „Carmen“ (1949). Seine Choreographien wurden weltweit aufgeführt.

13.07. Heinz Reincke (86): Der Schauspieler war vor allem durch seine Rolle als Ex-Pastor Eckholm in der ZDF-Serie „Der Landarzt“ populär.

14.07. Leo Kirch (84): Der Bayer war einer der einflussreichsten Medienunternehmer in Deutschland. Ihm gehörten die Sender ProSieben, SAT1, N24 und DSF. 2002 ging die Kirch-Gruppe pleite.

20.07. Lucian Freud (88): Der britische Maler und Enkel des Psychoanalytikers Sigmund Freud war für seine schonungslosen Aktbilder bekannt. Seine Gemälde erzielten Millionenpreise.

23.07. Amy Winehouse (27): Die britische Sängerin war eine der erfolgreichsten Soulsängerinnen. Sie kämpfte jedoch ständig mit ihrer Drogenabhängigkeit und starb an einer Alkoholvergiftung.

28.07. Bernd Clüver (63): In den 1970ern eroberte der Sänger mit Schlagern wie „Der Junge mit der Mundharmonika“ die Hitparaden.

22.08. Loriot (87): Der Sprachwitz und die Pointen des vielfach ausgezeichneten Humoristen Vicco von Bülow alias Loriot sind legendär – etwa der Sketch mit der Nudel im Gesicht, der Cartoon „Herren im Bad“ oder das Zeichentrickpärchen Wim und Wendelin. Auch seine Filme „Ödipussi“ und „Pappa ante portas“ begeisterten Millionen Menschen.

31.08. Rosel Zech (69): Dem breiten Publikum war die Schauspielerin zuletzt als Mutter Oberin in der TV-Serie „Um Himmels Willen“ bekannt. Ihren größten Erfolg feierte sie in den 1980er Jahren in „Die Sehnsucht der Veronika Voss“ von Rainer Werner Fassbinder.

06.09. Hans Apel (79): Der SPD-Politiker war von 1974 bis 1978 Finanz- und bis 1982 Verteidigungsminister unter Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD).

13.09. Richard Hamilton (89): Der Künstler galt als einer der Wegbereiter der britischen Pop Art. Er schuf vor allem Collagen, aber auch Gemälde und Skulpturen sowie das Cover für ein Beatles-Album.

05.10. Steve Jobs (56): Der US-amerikanische Computerpionier und Apple-Gründer prägte mit seinen Innovationen vom Mac-Computer über iPod bis zum iPad-Tablet wie kein anderer das digitale Zeitalter.

12.10. Heinz Bennent (90): Der deutscher Schauspieler war in rund 150 Rollen in Theater, Film und Fernsehen zu sehen. Dazu zählen Filme wie „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, das oscar-prämierte Werk „Die Blechtrommel“ oder „Die letzte Metro“.

20.10. Muammar al-Gaddafi (69): Der libysche Machthaber regierte mehr als 40 Jahre sein Land mit harter Hand. Erst ein Bürgerkrieg mit Unterstützung der Nato beendete seine Herrschaft.

07.11. Joe Frazier (67): Der US-amerikanische Boxer ging 1971 mit seinem Sieg über Muhammad Ali in die Annalen des Boxsports ein. Er gewann als erster Schwergewichtler überhaupt 1964 olympisches Gold.

14.11. Franz Josef Degenhardt (79): Der deutsche Liedermacher und Schriftsteller prägte mit Liedern wie „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ die Protestkultur der 1960er und 1970er Jahre.

22.11. Georg Kreisler (89): Der österreichische Kabarettist und Musiker galt als Meister des schwarzen Humors. Zu seinen bekanntesten Stücken gehörte das Lied „Tauberln vergiften im Park“.

27.11. Ken Russell (84): Der britische Regisseur feierte vor allem in den 1970er Jahren Erfolge, u.a. mit „Liebende Frauen“ (1969), „Die Teufel“ (1971) und „Tommy“ (1975). 30.11. Zdenek Miler (90): Der tschechische Zeichner und Trickfilmer war der „Vater“ des kleinen Maulwurfs, der seit 1972 regelmäßig auch in der deutschen „Sendung mit der Maus“ seinen Auftritt hat.

01.12. Christa Wolf (82): Die mehrfach ausgezeichnete ostdeutsche Autorin war für viele Leser in Ost und West eine moralische Instanz des anderen Deutschlands. Zu ihren Werken gehören u.a. „Nachdenken über Christa T.“, „Kindheitsmuster“ und „Der geteilte Himmel“.

04.12. Sócrates (57): Er war einer der Stars der brasilianischen Nationalelf bei den Fußball-Weltmeisterschaften 1982 in Spanien und 1986 in Mexiko. Sócrates Brasileiro de Sousa Vieira de Oliveira, so sein voller Name, galt als einer der besten Spieler des Landes.

15.12. Walter Giller (84): Bis in die 70er-Jahre gehörte er zu den beliebtesten Schauspielern des deutschen Films. Später stand Walter Giller in Fernseh-Serien und als Entertainer vor der Kamera, und immer wieder mit seiner Frau Nadja Tiller. Beide galten als "Traumpaar" des deutschen Kinos.

15.12. Christopher Hitchens (62): Der brillante Stilist und streitbare Atheist war einer der prägenden Köpfe des anglo-amerikanischen Journalismus'. Aufsehen erregte auch sein Eintreten für den Irak-Krieg.

17.12. Kim Jong-il (69): Er folgte 1994 seinem Vater Kim Il-sung als Diktator Nordkoreas nach. Kim Jong-il galt als Freund eines aufwändigen Lebensstils. Sein dritter Sohn Sohn Kim Jong Un soll als "Großer Machthaber" die Dynastie fortführen.

18.12. Václav Havel (75): Der Schriftsteller war einer der Hauptinitiatoren der "Charta 77" und Symbolgestalt der tschechoslowakischen Bürgerrechtsbewegung, die 1989 die "Samtene Revolution" auslöste. Havel wurde zum Staatspräsidenten gewählt und amtierte von 1993 bis 2003 als Präsident der Tschechischen Republik.

19.12. Horst-Eberhard Richter (88): Der Psychoanalytiker und Sozialphilosoph war einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Friedensbewegung. Horst-Eberhard Richter war auch Mitbegründer der deutschen Sektion der „Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges / Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW)“.

21.12. Jürgen Hentsch (75): Er spielte den Schriftsteller Heinrich Mann, den SPD-Politiker Herbert Wehner und Shakespeares Macbeth: Jürgen Hentsch war in Film, Fernsehen und Theater für seine Charakterrollen bekannt.

21.12. Werner Otto (102): Er gründete 1949 den Otto-Versand, den er in den 60er-Jahren zu einem der führenden Unternehmen der Branche ausgebaute. Mit der ECE gründete Werner Otto ein zweites Erfolgsunternehmen. Die Immobilienfirma ist heute die führende Entwicklungs- und Managementgesellschaft für Einkaufscenter in Europa.

24.12. Johannes Heesters (108): Der Schauspieler und Sänger stand 90 Jahre auf der Bühne und wurde vor allem durch seine Operettenrollen bekannt. Einen seiner letzten großen Erfolge feierte Heesters 2008 im Singspiel-Klassiker „Im weißen Rössl“ in Hamburg als uralter Kaiser Franz Joseph.

24.12. Cheetah (80): Er war mehr als ein Affe: An der Seite von Dschungelheld Tarzan begeisterte der Schimpanse Cheetah Millionen Kinozuschauer. Er stand in den 30er-Jahren mit Schauspieler und Olympiasieger Johnny Weissmüller vor der Kamera, lebte seit den 60er-Jahren aber in einem Tierheim in Florida.

26.12. James Rizzi (61): Er war für seine kindlich-naiv wirkenden Bilder bekannt: Der amerikanische Pop-Art-Künstler James Rizzi. In Deutschland wurde er unter anderem mit seinen Briefmarkenentwürfen für die Deutsche Post bekannt.

27.12. Helen Frankenthaler (83): Die Malerin hat die Schüttbildermalerei erfunden. Helen Frankenthaler wurde so eine der bekanntesten Künstlerinnen des amerikanischen abstrakten Expressionismus.