Juristische Schritte

Moderator Ken Jebsen wehrt sich gegen RBB-Rauswurf

Der ehemalige Radio-Fritz-Moderator Ken Jebsen wehrt sich juristisch gegen seinen Rauswurf beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Er war zuvor wegen einer antisemitischen E-Mail, die bei der so genannten "Achse des Guten" veröffentlich wurde, in die Kritik geraten.

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Der wegen Antisemitismusvorwürfen in die Kritik geratene Radiomoderator Ken Jebsen wehrt sich juristisch gegen seinen Rauswurf beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Unternehmenssprecher Justus Demmer bestätigte am Dienstag, dass ein entsprechendes Schreiben von Jebsens Anwälten beim Sender eingegangen sei. Die Juristen hätten darin die Vertretung der Interessen des 45-Jährigen angezeigt. „Wir sehen dem entgegen“, sagte Demmer.

Der RBB hatte die Zusammenarbeit mit Jebsen in der vergangenen Woche beendet. RBB-Programmdirektorin Claudia Nothelle begründete den Schritt damit, dass sich Jebsen bei seiner Hörfunksendung „KenFM“ nicht an Absprachen gehalten habe. Die Affäre um den Moderator schwelt bereits seit mehreren Wochen.

Jebsen soll in einer Mail an einen Hörer geschrieben haben, dass er wisse, „wer den Holocaust als PR erfunden hat“. Nach Bekanntwerden dieser Mail wurde seine Sendung am 6. November kurzfristig ausgesetzt. Stattdessen lief vier Stunden lang unkommentiert Musik. Danach gab der RBB zunächst die Weiterführung der Sendung unter Auflagen bekannt, bis es in der vergangenen Woche zur Trennung von Jebsen kam.

Zeitgleich mit dem Ende der Zusammenarbeit mit Jebsen hatte Stefan Warbeck auf eigenen Wunsch die Verantwortung für das RBB-Jugendprogramm Fritz, in dem die Sendung „KenFM“ gelaufen war, abgegeben. Er übernehme damit die Verantwortung für redaktionelle Versäumnisse in der Vergangenheit, hieß es. Warbeck war seit 2005 Programmchef bei Fritz. Demmer sagte zu dieser Personalie, ein Nachfolger stehe noch nicht fest. Die Suche werde nicht mehr in diesem Jahr beendet werden.