Pop

Jean Michel Jarre zaubert mit seinen Synthesizern

Bombastische Lasershow: Der französische Musiker Jean Michel Jarre spielt sich zum Auftakt seiner Deutschland-Tour durch seine 40-jährige Karriere.

Auf dem Weg zur Bühne klatscht er ein paar Hände von Besuchern seines Konzerts zum Auftakt seiner Deutschland-Tournee in Frankfurt am Main ab. Er hüpft einige Male auf und ab. Jean Michel Jarre ist nicht besonders groß, aber deswegen hüpft er nicht. Er hüpft während des Konzerts auch auf der Bühne wieder und wieder, wie ein kleiner Junge, der sich freut.

Jarre und seine dreiköpfige Band haben eine Menge Instrumente auf der Bühne aufbauen lassen: Es sind durchweg alte, also analoge Synthesizer aus den 70er-Jahren. Das hat durchaus Charme: Was Jarre und die anderen drei spielen, einer davon am elektronischen Schlagzeug, könnte auch einer allein mit Computern aufführen. Doch diese nicht mehr ganz jungen Männer aus Frankreich spielen alles live ein, ohne Loops und Samples.

Jarre springt von Instrument zu Instrument

Und Jarre zeigt, was er hat. Bei manchen Stücken sind auf der Leinwand am hinteren Rand der Bühne keine Computergrafiken zu sehen, sondern Aufnahmen von Videokameras, die die Musiker an sich tragen. Jarre springt also von Instrument zu Instrument, er ist umzingelt von Geräten, und jedes tippt er an, und die Zuschauer sehen dann auf der Leinwand nur seine Hände wie die eines Zauberlehrlings über alle möglichen Tasten und Knöpfe fliegen.

Zu jedem Stück – ein Großteil von Jarres Erfolgsalben „Oxygene“, „Equinoxe“ und „The Magnetic Fields“ – ändert die Lichtregie die Laseroptik. Strahlen in allen erdenklichen Farben zerschneiden die Dunkelheit im bei weitem nicht voll besetzten Rund der Festhalle. Wiederholt spielt Jarre auf grünen Lasern wie auf einer Klaviatur, dann holt er ein tragbares Moog-Keyboard hervor und stellt sich damit auf einen Synthesizer-Turm, schließlich spielt er ein Stück auf dem Theremin, jenem vielleicht ersten elektronischen Instrument.

Die alten Titel sind doch besser

Das alles wirkt mit der Zeit ein wenig zu dick aufgetragen. Immer wieder reckt Jarre die Faust nach oben, immer wieder zeichnen Laser geometrische Formen an Wände und Decke der Festhalle. Das Konzert zerfällt auch in zu viele einzelne Teile, wie das eben leicht passiert, wenn ein Künstler vom Format Jean Michel Jarres einen Querschnitt seines Werks aus vier Jahrzehnten gibt. Die neueren Sachen fallen deutlich gegen die großen Erfolge ab.

Seine Zuhörer fordert Jarre einige Male zum Mitklatschen auf, was Musikstücken selten gut tut. Er rechnet wohl auch mit Applaus, als er ein eher bedächtiges Stück „den Leuten von Unicef und Unesco“ widmet, deren Arbeit gegen Analphabetismus er mit einem Cent von jeder verkauften Konzertkarte unterstützen will, wie er sagt. Besonders großzügig ist das bei Ticketpreisen von durchschnittlich etwa 65 Euro nicht.

Termine: 3.11. Hamburg., 4. Dortmund, 5. Köln, 7. Dresden, 8. Berlin, 9. Erfurt, 10. Trier, 19. München .