Als Vater von iPhone, iPad & Co. ist der kürzlich verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs hinreichend bekannt. Aber wie war der Mensch dahinter? Wie kamen die Puzzle-Teile zusammen, die aus dem schüchternen Adoptivkind einen dominanten und bewunderten Technik-Visionär machten?

Die Antwort steht ab dem heutigen Donnerstag in den Regalen deutscher Buchläden. „Steve Jobs“ soll die ultimative Biografie des Genies hinter Apple werden, Denkmal und ehrliches Porträt zugleich. Jobs selbst gab für das mehr als 600 Seiten starke Buch rund 40 Interviews, ebenso wie unzählige Menschen zu Wort kommen, die er auf seinem Lebensweg traf – und oft auch verletzte.

Jobs' Biograf ist Walter Isaacson, ein früherer „Time“-Chefredakteur und CNN-Boss. Er glaubt, die Antwort auf das Rätsel Steve Jobs in dessen Kindheit gefunden zu haben. Als Siebenjähriger habe er einem Mädchen aus der Nachbarschaft erzählt, dass er adoptiert worden sei, erinnerte sich Jobs. „Also wollten deine Eltern dich nicht?“, fragte sie etwas unwirsch. Weinend rannte er ins Haus und seine Adoptiveltern versicherten ihm, sie hätten ihn selbst ausgewählt, weil er etwas Besonderes sei.

„Verlassen. Ausgewählt. Besonders.“ In diesem Dreiklang fand Isaacson das Leitmotiv von Jobs' Leben, das ihn daran glauben ließ, die Welt verändern zu können – und vielleicht seinen Tod beschleunigte. Jobs glaubte zunächst, er könnte sogar den Krebs allein mit Naturheilmitteln und Akupunktur besiegen.

Eine Episode aus dem Jahr 2009, als Jobs beinahe an den Komplikationen seiner Leber-Transplantation gestorben war – seine Kinder standen schon am Krankenbett für den Fall, dass sie Abschied nehmen müssen – macht seine Besessenheit für Perfektion besonders deutlich. Da weigert sich Jobs, nur halb bei Bewusstsein, eine Atemmaske anzulegen, weil ihm das Design missfällt. Und schlägt den Ärzten sogleich vor, drei neue Modelle zu entwerfen.

So wie Jobs kein einfacher Patient war, konnte er auch ein unerträglicher Chef sein. Aufbrausend, undiplomatisch, sogar gemein. „Ich habe schnell gelernt, dass er einen niedermäht, wenn man nicht zu seiner Meinung steht“, sagte Tim Cook, der heutige Apple-Chef. Und was sagte Jobs: „So bin ich eben.“

dpa/cb