Musicalfilm

In "Footlose" wird für Liebe und Alkohol getanzt

"Footlose" ist ein Remake des kultigen Originals von 1984 mit wilden Tänzen, heißen Liebesszenen und ein paar aneinandergereihten Musikvideos.

In den USA ist die Serie "Glee" über den Musical-Club einer Highschool ein Fernseh-Hit, der regelmäßig Traumquoten einfährt, mit Preisen und Liebeserklärungen überhäuft wird und der sich seine Gaststars von Britney Spears bis Gwyneth Paltrow fast aussuchen kann. Ähnlich erfolgreich sind die Tanzshow "Dancing with the Stars" oder die Castingshow "So You Think You Can Dance".

Hollywoodproduzent Craig Zadan muss sich gedacht haben: Zeit, einen Tanzfilm in die Kinos zu bringen. Und dann hat ihn vielleicht sein Partner Neil Meron angestupst und gemeint, "Mensch, Craig, du hast doch da mal diesen Film gemacht in den Achtzigern, mit Kevin Bacon , wie er sich im Unterhemd in der Lagerhalle seinen Ärger vom Leib tanzt über das Spießerkaff, in das er aus der Großstadt ziehen musste. 'Flashdance‘ oder so." "Der hieß 'Footloose‘", muss Zadan da geantwortet haben, "'Flashdance‘ ist der Film, in dem sich Jennifer Beals in Stulpen ihren Ärger vom Leib tanzt. Aber gute Idee!"

Wormald hat schon für Justin Timberlake getanzt

Also engagierte er Regisseur Craig Brewer und die beiden fanden mit Kenny Wormald einen Tänzer, der nicht nur bei den Tanzweltmeisterschaften 2002 im deutschen Riesa die Goldmedaille für seinen Steptanz gewonnen hat, sondern schon im Hintergrund von Justin Timberlake getanzt hat.

Das heißt, man musste ihn für die schwierigeren Tanzszenen nicht doubeln, wie damals Kevin Bacon. Leider kam keiner auf die Idee, Kevin Bacon zu fragen, ob er Wormald in den schwierigeren Schauspielszenen doubeln möchte. Allerdings gibt es davon auch nicht viele.

Musik und Tanz als Werke des Teufels

Die Geschichte von "Footloose": In Bonmont ist der Sohn von Reverend Shaw Moor (Dennis Quaid) bei einem Autounfall ums Leben gekommen, woraufhin Moor Musik, Alkohol und öffentliches Tanzen als Werk des Teufels verboten und verdammt hat. Was seine Tochter Ariel (Julianne Hough) natürlich zu einer besonders wilden Tänzerin hat werden lassen.

Ren verliebt sich nicht nur in Ariel, sondern kämpft gegen den Reverend und seine gottesfürchtigen Gesellen dafür, das Verbot aufzuheben und die Highschool einen Abschlussball veranstalten zu lassen. Zu diesem Zweck wird etwas gekämpft und viel getanzt.

Die Dialoge sind teilweise identisch

Als das Original 1984 in die Kinos kam, schimpfte die Kritik, "Footloose" sei nichts anderes als ein paar aneinandergereihte Musikvideos. Trotzdem wurde der Film zum Kult. "Footloose 2011" ist eigentlich nichts Anderes als "Footloose 1984", mit zum Teil identischen Dialogen, einem ähnlichen weißen Unterhemd und im Fall der Jugendlichen genauso unbekannten Schauspielern.

Nur die Musik wurde aufgepeppt und Ariel ebenso, die 1984 rosa Wolljäckchen trägt, und den Tanzszenen wurde mehr Sex auferlegt. Vielleicht wird er also auch zum Kult.