Berliner Auktionshaus

Villa Grisebach eröffnet Dependance in Düsseldorf

Die Villa Grisebach expandiert. Kommende Woche wird ein Ableger des Berliner Auktionshauses in Düsseldorf eingeweiht. Geschäftsführer Bernd Schultz hat diesen Schritt gewagt, weil ihm der Kunstmarkt in Nordrhein-Westfalen lukrativ erscheint.

Foto: Patrick Piel / Patrick Piel/digit

Als „einen höchstnotwendigen Schritt“ hat Bernd Schultz, einer der Geschäftsführer des Berliner Auktionshauses Villa Grisebach, die Eröffnung neuer Geschäftsräume in Nordrhein-Westfalen bezeichnet. Vom kommenden Donnerstag an können Sammler und Einlieferer nun auch in der Bilker Straße 4-6 in Düsseldorf vorstellig werden. Schultz begründet die Expansion mit der dezentralen Situation des Kunstmarkts in Deutschland: „In Nordrhein-Westfalen hat sich nach dem Krieg eine hervorragende Sammlerschaft etabliert, und es gibt dort wichtige Messen.“ Dass aktuelle Turbulenzen am Finanzmarkt das Vorhaben gefährden könnten, fürchtet er nicht: „Der Kunstmarkt ist stabil – und mehr als das: Wir haben im ersten Halbjahr 2011 mit 26,3 Millionen Euro bereits 70 Prozent des vergangenen Jahresum8satzes erzielt. Ich sehe die Zukunft sehr optimistisch.“

Vom 2. bis 10. September wird man in den Düsseldorfer Räumen erstmals Höhepunkte aus der Auktion zum 25-jährigen Bestehen der Villa Grisebach im kommenden November sehen können. Dazu gehören u.a. Werke von Friedrich Nerly, August Macke, Sigmar Polke und Gerhard Richter. Schultz freut sich über den starken Zuspruch bei den Einlieferern. Für die Jubiläumsauktion seien der Villa Grisebach so viele Angebote an zu versteigernden Werken wie noch nie gemacht worden.

Die neue Repräsentanz in Düsseldorf wird von Daniel Freiherr von Schacky geleitet – einem der fünf Geschäftsführer der Villa Grisebach. Dass das Auktionshaus mit seinem neuen Standort auch in Konkurrenz zu den etablierten Kölner Auktionshäusern Lempertz und Van Ham tritt, bestreitet Schultz gar nicht erst: „Wir kämpfen künftig noch mehr um dieselben Bilder.“

Die Villa Grisebach wurde 1986 in Berlin gegründet. Sie trägt ihren Namen nach dem schmalen Atelier- und Wohnhaus, das der Architekt Hans Grisebach 1891 in der Fasanenstraße in Charlottenburg errichtete und in dem das Auktionshaus seine Räume hat. Die Villa gehört heute zu den führenden deutschen Auktionshäusern in den Bereichen zeitgenössische Kunst, Klassische Moderne, Fotografie und Kunst des 19. Jahrhunderts. Mit Max Beckmanns Bild „Anni (Mädchen mit dem Fächer)“ für 3,91 Millionen Euro stellte die Villa im Frühjahr 2005 den Rekordpreis für ein in Deutschland versteigertes Kunstwerk auf. In diesem Frühjahr erfreute sich das Haus durch die Versteigerungen der Sammlung des Modeimpressarios Dolf Selbach und der Arcandor-Firmensammlung großer Beachtung.

Die neuen Düsseldorfer Räume sind nicht die erste Dependance des Auktionshauses: Die Villa Grisebach unterhält kleinere Büros in New York, in München und in Zürich.