Buddy Holly ist nicht tot zu kriegen. Ihn haben weder die armseligsten Wiedergänger noch die Musicals geschafft, weder John Lennons müde Interpretationen in den siebziger Jahren noch die Brillenindustrie von heute. Dass er als Ikone seinen Tod bereits um 52 Jahre überlebt hat, kann nur an die Liedern liegen.
„Rave On Buddy Holly“ liefert den Beweis: Man hört einen erregten Herrn zu sägenden Gitarren „It’s So Easy“ singen. Als das Lied vorüber ist, nach drei Minuten, knurrt und bellt der Sänger seine Hörer an, beginnt von vorn und kreischt schließlich, dass es ein großer Spaß sei, endlich einmal Buddy Holly sein zu dürfen.
Es ist Paul McCartney, und man weiß jetzt, wem die Beatles „Helter Skelter“ zu verdanken hatten. Patti Smith gurrt „Words Of Love“, Lou Reed misshandelt „Peggy Sue“, und Graham Nash näselt ergriffen „Raining In My Heart“. Aber es sind nicht nur die Zeitzeugen, die 1959 weinend vor den Radios saßen, als der Flugzeugabsturz über der Prärie von Iowa vermeldet wurde.
Auch die Nachgeborenen verneigen sich. Kid Rock kräht „Well... All Right“ zur Big Band, und Jack White geleitet Karen Elson, seine Frau, durch „Crying, Waiting, Hoping“. Julian Casablancas von den Strokes, My Morning Jacket, She & Him, Cee-Lo Green, Florence & The Machine: Die Popgeschichte feiert ein Familienfest für ihren Stammvater, der selbst leider nicht kommen konnte.
Rave On Buddy Holly (Concord)




