Kino

Vier Fäuste gegen Paris - "Rush Hour 3"

Los Angeles und Hong Kong sind nicht genug. Nun laden Chris Tucker und Jackie Chan auch in der französischen Hauptstadt zum Prügelspaß. Allerdings sind die gealterten Verbrecherjäger im dritten Teil der "Rush Hour"-Serie nicht gerade im Eiltempo unterwegs.

Foto: Warner

Auch wenn ihr letzter Einsatz gerade erst sechs Jahre her ist – die Wiederkehr von Inspector Lee (Jackie Chan) und Detective Carter (Chris Tucker) scheint sich trotzdem schon zwischen all den exhumierten Alt-Action-Helden der Achtzigerjahre einzureihen, zwischen all den nachgereichten Midlife-Missionen von Rocky, John McClane und dem Beverly Hills Cop.

Das mag zum einen daran liegen, dass der seit „Rush Hour 2“ vollständig Leinwandabstinente Chris Tucker inzwischen doch ein wenig in die Breite gegangen ist, während sich die einstige Agilität des Mit-Fünfzigers Jackie Chan nun unübersehbar verlangsamt hat.

Bud Spencer und Terence Hill lassen grüßen


Das liegt vor allem aber daran, dass das schwarz-gelbe Gespann noch immer so unbekümmert weiter knödelt wie Nick Nolte und Eddie Murphy (die „Nur 48 Stunden“-Filme) sowie Mel Gibson und Danny Glover (die „Leathal Weapon“-Reihe) das vor langer Zeit taten. „Rush Hour 3“ gemahnt mit seinen zünftigen Keilereien und zotigen Kalauern gar an den Geist alter Bud-Spencer- und Terence-Hill-Prügelspäßchen.

Nach den "HipHop kontra Hong Kong"-Hindernissen aus den ersten beiden Teilen sind unsere Kumpel nun im guten, alten Europa. Doch der Schauplatz Paris offeriert hier lediglich Lapidares - vom Akzentschwer schwafelnden Taxifahrer über Dessous-dekorierte Nachtbar-Bienchen bis hin zur finalen Stunteinlage, selbstverständlich im Eifelturm.

Immerhin versteht es Regie-Routinier Brett Ratner die Action-Sequenzen einigermaßen spektakulär zu servieren. Beim Rest bleibt der „Rush“ weit gehend aus.